Als letzter Spitzenkandidat fuhr VP-Chef Sebastian Kurz mit „Heute" Öffis. Mit der U3 und dem 71er ging es vom Westbahnhof Richtung Außenministerium.
Wir treffen Kurz am Westbahnhof. Schon am Weg zum Bahnsteig werden Hände geschüttelt („Hallo, grüß Gott!", „Alles gut?"), Fotos und Selfies gemacht. Ein schadhafter Zug verzögert zunächst die Abfahrt. Das gibt dem VP-Chef Zeit für ein Bad in der wartenden Menge: „Kontakt mit der Bevölkerung ist wichtig als Außenminister. Sonst weiß man ja nicht, wen man im Ausland vertritt."
Lange Wahlkampftage
Dann geht's doch los: Jahreskarte hat Kurz keine, Öffis gefahren ist er zuletzt vor einer Woche. „Auch mit der U3. Ins Ministerium."
Wie lange dauern die Wahlkampf-Tage? „Meist so von halb acht bis Mitternacht." Das Wahlziel? „Stärkste Kraft werden." Dass das alle Umfragen prophezeien, lässt Kurz kalt: „Davon halte ich nicht sonderlich viel."
"Kern soll sich entschuldigen"
Dann unvermeidlich das Thema Dirty Campaigning. SP-Chef Kern solle sich bei den Österreichern entschuldigen, „dass das Klima im Wahlkampf so verhunzt wurde", fordert der VP-Chef. „An mir persönlich prallen Ausdrücke wie ,Versager' (© FP-Chef Strache) ab."
Es geht weiter mit dem 71er. Beim Warten wieder jede Menge Selfies. Dazwischen die Frage nach dem Burka-Verbot und der Strafe für einen Promoter im Hai-Kostüm („Heute" berichtete): „Ich hoffe, dass sich das lösen lässt."
Eine Lösung brauche es auch in Katalonien, so der Außenminister: „Aber nicht mit Polizeigewalt."
"Keine privaten Videos mehr!"
Die Fahrt neigt sich dem Ende zu. Zum Schluss Privates: Nach dem Personality-Video werde es nicht mehr über sein Privatleben geben, so Kurz. Bier mit Kern oder Strache? „Auf ein Bier geh' ich schnell einmal mit wem." Auf ein Schwammerlgulasch mit Pilz, „wenn's sein muss …"
(red)