Politik

Kurz zu Fake-Gewinnspiel: "Das war sehr unehrlich"

Heute Redaktion
13.09.2021, 19:43

ÖVP-Chef Sebastian Kurz hat sich zur "Causa Schrott" geäußert. Ein Tiroler Parteikollege soll bei seinem eigenen Gewinnspiel abgeräumt haben.

Bei dem Gewinnspiel, das ÖVP-Mandatar Dominik Schrott während des Nationalratswahlkampfes veranstaltete, soll er selbst über ein Fake-Profil den Hauptpreis gewonnen haben. Lesen Sie hier, worum es in der "Causa Schrott" geht!

Agentur ist schuld, oder Nichte

Die Schuld trägt die Agentur, meint der Kritisierte. Der Besitzer dieser Agentur, Thomas Ziegler, ist ein Vertrauer von Schrott und sein parlamentarischer Mitarbeiter im Nationalrat. Ziegler wiederum schiebt die Schuld auf seine Nichte, die bis Juni 2018 ebenfalls in der Agentur arbeitete. Aufgrund "familiärer Probleme" haben man sich dann von ihr getrennt.

Rücktrittsforderung

Neben den Tiroler Grünen, die Schrott Rücktritt fordern, kritisieren ihn auch seine Parteikollegen. Der Präsident der Tiroler Wirtschaftskammer, Jürgen Bodenseer, findet das auch: Sollten die Anschuldigungen stimmen, verlange er "persönliche Konsequenzen". Die Causa sei eine "Belastung" für die ÖVP. "Das schaut nicht gut aus", sagte er der "APA".

Die Tiroler Grünen, Koalitionspartner der ÖVP in der Landesregierung, fordern weiters, dass Bundeskanzler Kurz "einschreiten" soll: "Gibt es keine persönlichen Konsequenzen, ist das gleichzusetzen mit dem Dulden eines solchen Fehlverhaltens." Schrott könne sich nicht einfach an der Agentur "abputzen", er seit schließlich als damaliger Mitarbeiter der Agentur "sicherlich in jeden Schritt eingebunden" gwesen.

Kurz: "Sehr unehrlich"

Ob der lauten Kritik meldete sich auch Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) zu Wort. "Das ist sehr unehrlich gewesen", sagte er am Mittwoch. Schrott habe aber "schnell reagiert" und seinen parlamentarischen Mitarbeiter und Agenturchef gekündigt. Zudem sei der Vertrag mit der Agentur beendet worden. Weitere Konsequenzen hält Kurz wie es scheint nicht für notwendig.

Staatsanwaltschaft prüft

Die Staatsanwaltschaft Innsbruck hält eine Untersuchung sehr wohl für notwendig. Die will nämlich den "Sachverhalt prüfen", wie Sprecher Hansjörg Mayr am Mittwoch dem "Standard" sagt. Verdacht: Täuschung und Vergehen gegen den Datenschutz. (red)

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