Warnung vor "Druckwelle"

"Länger lebende Gewitterzellen" krachen über Österreich

Österreich kommt am Freitag noch nicht zur Ruhe. Kräftige Gewitter und Schauer ziehen durchs Land. Ein Wetter-Experte verrät, wo es überall kracht.
André Wilding
21.08.2026, 10:58
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Wer auf eine rasche Wetterberuhigung gehofft hat, muss sich noch gedulden. Auch am Freitag bleibt Österreich unter dem Einfluss eines Tiefs über Skandinavien. Die dazugehörige Front zieht nur langsam aus dem Alpenraum ab.

Damit bleibt eine labile Luftmasse über Österreich liegen. Das Potenzial für Schauer und Gewitter ist weiterhin deutlich erhöht. Im Laufe des Freitags muss deshalb neuerlich mit kräftigen Gewittern gerechnet werden.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Doch ab wann genau ist am Freitag mit Unwettern zu rechnen und wo wird es am gefährlichsten? "Heute" wollte es genau wissen und fragte bei UBIMET-Experte Peter Wölflingseder nach.

"Heute": Kommen auch heute Gewitter?

Peter Wölflingseder: Heute ist in weiten Teilen Österreichs erneut mit Gewittern zu rechnen, die lokal auch unwetterartigen Charakter annehmen können. In Wien selbst ist die Gewitterneigung vergleichsweise gering. Sollten sich die Gewitter über Bayern und Oberösterreich jedoch unwetterartig entladen, kann sich daraus eine sogenannte Druckwelle bilden, die in den Abendstunden und in der Nacht auf Wien bzw. den Osten Österreichs übergreift. Dabei ist vorübergehend mit stürmischen Böen bis Sturmböen aus West zu rechnen. Auch Besucher des Frequency-Festivals in St. Pölten sollten sich darauf einstellen.

Wann circa ist mit (Hagel-)Unwettern zu rechnen?

Die ersten Gewitter bilden sich ab dem Mittag über dem Bergland und breiten sich im Tagesverlauf weiter aus. Die kräftigsten und organisiertesten Zellen sind im Laufe des Nachmittags und Abends zu erwarten. Im Vordergrund steht dabei weniger die Hagelgefahr als vielmehr das Sturmpotenzial: Vor allem im Umfeld kräftiger Gewitterzellen können lokal Sturmböen auftreten, die entsprechende Vorsicht erfordern.

Sind "Superzellen" zu erwarten, wenn ja – wo und wann?

Das Potenzial für die kräftigsten und am besten organisierten Gewitter sehen wir aktuell im Osten Bayerns sowie in Oberösterreich. Dort sind die atmosphärischen Bedingungen, insbesondere Labilität und Windscherung, am günstigsten für die Bildung intensiverer, länger lebender Gewitterzellen.

Kommen Unwetter auch in die Bundeshauptstadt – wenn ja, wann?

Die Gewitterbereitschaft ist am Freitag deutlich geringer als noch am Donnerstag. Indirekt kann Wien jedoch am Abend bzw. in den Nachtstunden von einer Druckwelle erfasst werden, die von kräftigen Gewittern über Bayern bzw. Oberösterreich ausgeht, dabei ist mit einem kurzzeitigen Auffrischen des Windes aus West zu rechnen.

Sind Tornados ein Thema - könnte das heute auch in Österreich drohen?

Ein kurzlebiger Tornado lässt sich zwar nie zu hundert Prozent ausschließen, das Risiko dafür schätzen wir heute aber als eher gering ein.

Die weiteren Aussichten

Ab der Nacht auf Samstag stellt sich rasch eine Wetterberuhigung ein, die folgenden Tage verlaufen dann relativ ruhig und unspektakulär. Erst ab Dienstag steigt aus heutiger Sicht im Westen die Gewitterneigung wieder an.

Am Samstag halten sich anfangs dichte Wolken, stellenweise ziehen kurze Schauer durch. Ab dem Vormittag lockert es im Westen und Norden sowie im östlichen Flachland auf, bei nur geringer Schauerneigung stellt sich ein Sonne-Wolken-Mix ein. Im Süden und im Bergland östlich von Salzburg zeigt sich die Sonne nur zwischendurch, einzelne Schauer bleiben aber auch dort die Ausnahme. Bei gebietsweise noch lebhaftem Nordwestwind liegen die Höchstwerte zwischen 19 und 26 Grad.

Der Sonntag startet vor allem an der Alpennordseite sowie im Osten häufig sonnig, im Süden bewölkt und vereinzelt mit ein paar Tropfen. An dem Vormittag zeigt sich auch dort zumindest ab und zu die Sonne, in der zweiten Tageshälfte nimmt im Bergland die Schauerneigung wieder etwas zu. Abseits der Alpen bleibt es meist trocken bei einem Sonne-Wolken-Mix. Der Wind flaut allgemein ab, maximal erreichen die Temperaturen 19 bis 26 Grad.

{title && {title} } wil, {title && {title} } 21.08.2026, 10:58