Rollkoffer im Stiegenhaus, Lärm in der Nacht, Müllsäcke im Gang: Für viele Bewohner auf der Wieden ist das längst Alltag. Was nach "Störung" klingt, ist in Wahrheit ein Symptom eines größeren Problems: Wohnraum verschwindet, Mieten steigen, und die Lebenshaltung wird teurer.
Die Grünen Wieden haben nun mit einer Aktion sichtbar gemacht, wie touristische Kurzzeitvermietungen Wohnhäuser verändern. Dabei ratterten sie mit Rollkoffern durch den 4. Bezirk und sprachen mit Bewohnern. Viele berichteten bereitwillig: In ihrem Haus gibt es Airbnb-Wohnungen – und der Alltag leidet darunter. "Diese Gespräche zeigen eindeutig: Das Problem ist real, es betrifft viele und es wird nicht besser. Die Stadt Wien lässt die Menschen damit seit Jahren im Stich", sagt Pascal Riepl, stv. Bezirksvorsteher (Grüne).
Eine Anfrage der Grünen Wieden macht die Dimension klar: Bei der Baupolizei sind im 4. Bezirk nur drei Wohnungen offiziell als touristische Kurzzeitvermietung gemeldet – auf Airbnb werden aber über 400 Wohnungen angeboten. Legal oder illegal – für die Bewohner zählt nur die Realität im Haus: Unruhe, wechselnde Gäste und das Gefühl, dass das eigene Zuhause immer mehr zum Hotel wird.
Die Grünen kritisieren SPÖ und NEOS scharf: Die Bauordnung erlaubt es aktuell, in Wohnzonen das gesamte Erdgeschoß und 20 Prozent der restlichen Flächen für Kurzzeitvermietung umzuwidmen. "Wenn Mieten steigen und der Druck auf jede freie Wohnung wächst, ist es politisch verantwortungslos, die Bauordnung so schwach zu belassen. SPÖ und NEOS handeln fahrlässig und viel zu langsam – und genau deshalb verbessert sich die Situation nicht", sagt Wohnsprecher Georg Prack.
Die Grünen Wieden laden alle Betroffenen zu einer Informationsveranstaltung:
Mittwoch, 25. Februar 2026, 18:00 Uhr
Café Goldegg, Argentinierstraße 49, 1040 Wien
"Wir dürfen uns nicht daran gewöhnen, dass Nachbarschaften zerfasern und Wohnhäuser zur touristischen Infrastruktur werden. Ein Bezirk ist kein Hotel", schließt Riepl.