Corona-Lage auf Intensiv dramatischer als bei 2. Welle

"Wir haben in Wien derzeit höhere Zahlen als wir jemals im November hatten. Wir müssen jetzt alles daran setzen, dass wir hier eine Trendumkehr schaffen", schildert Ostermann die Lage.
"Wir haben in Wien derzeit höhere Zahlen als wir jemals im November hatten. Wir müssen jetzt alles daran setzen, dass wir hier eine Trendumkehr schaffen", schildert Ostermann die Lage.Alberto Lingria Xinhua / Eyevine / picturedesk.com
Die Lage auf den Intensivstationen ist inzwischen viel dramatischer als bisher klar war. Experte Herwig Ostermann schildert die Situation. 

Die Corona-Lage in Österreich nimmt seit Wochen eine dramatische Wendung. Die Fallzahlen steigen immer weiter, so auch die Zahl jener Patienten, die einer intensivmedizinischen Betreuung bedürfen. Viele Spitäler befinden sich bereits am Rande eines Kollaps und schlagen Alarm. In einem Interview für Puls24 schildert Herwig Ostermann von Gesundheit Österreich gegenüber Reporterin Bettina Häberlin, wie dramatisch die Lage wirklich ist.

Während des Corona-Gipfels der Bunderegierung mit den Experten am Montag habe man darauf hingewiesen, dass die Situation auf den Intensivstationen "besonders angespannt ist", so Ostermann. Auch hinsichtlich der Neuinfektionszahlen sei alles andere als eine Entspannung zu beobachten. Was tun, um die Kapazitäten der Intensivstationen nicht an die Belastungsgrenze zu bringen?

"Maßgeblich ist, dass wir schauen, dass wir unsere Kontakte entsprechend reduzieren. Das ist eigentlich das Um und Auf", erläutert Ostermann.

Besonders im Osten spitzt sich die Lage auf den Intensivstationen konstant zu. Ostermann erklärt an dieser Stelle, dass die Situation derzeit sogar "teilweise dramatischer" sei, als während des Höhepunkts der zweiten Welle im November.

Höhere Zahlen als im November

Die Bundeshauptstadt ist im Vergleich zu anderen Regionen eigentlich gut durch die zweite Infektionswelle gekommen (mit einer maximalen Inzidenz von 443). Nun liegt Wien bereits wieder bei 312. Besonders besorgniserregend ist die starke Auslastung der Intensivstationen: In Wien sind laut Zahlen der AGES 165 Covid-Patienten auf Intensivbetreuung angewiesen.

"Wir haben in Wien derzeit höhere Zahlen als wir jemals im November hatten. Wir müssen jetzt alles daran setzen, dass wir hier eine Trendumkehr schaffen", schildert der Experte die Lage. Hierfür müssten die Neuinfektionszahlen gedrückt werden, dies würde sich in weiterer Folge auch auf den Intensivstationen bemerkbar machen. Wichtig sei aber, "die richtige Balance zu finden und die Bevölkerung auch mitzunehmen".

Trendumkehr notwendig

Sollte der Trend aber gleich bleiben, so rechne man in Wien in zwei bis drei Wochen mit bis zu 200 Patienten auf den Intensivstationen. "Wichtig ist, dass man jetzt Maßnahmen setzt, um den Trend zu brechen", damit die Zahlen ab April dann wieder nach unten gehen. 

 "Dazu muss man aber jetzt etwas tun - das ist also kein Selbstläufer, sondern aktuell steigen die Zahlen, aktuell gehen die Zahlen nach oben. Den Trend muss man brechen!", betont Ostermann.

Mehrmals wiederholt er, wie wichtig es sei, "die Maßnahmen jetzt zu setzen und die Maßnahmen sollen auch wirken". 

Maßnahmen für Osten Österreichs

Während des Gipfels wurde also trotz Anraten der Experten beschlossen, derzeit keine speziellen Maßnahmen für das gesamte Land zu setzen. Stattdessen setzt die Regierung weiter auf regionale Maßnahmen. Gesundheitsminister Rudolf Anschober hat sich daher im Rahmen des Ost-Gipfels in der Nacht auf Mittwoch mit den drei Landeshauptleuten Michael Ludwig (Wien), Johanna Mikl-Leitner (Niederösterreich) und Hans Peter Doskozil auf neue Corona-Maßnahmen geeinigt. Wie genau das neue Maßnahmen-Paket für den Osten aussieht, ist bis dato (8.30 Uhr) jedoch noch nicht genau bekannt. Für den heutigen Mittwoch ist erneut eine Pressekonferenz geplant, wann genau jene stattfindet, wurde noch nicht übermittelt. (Mehr dazu hier >>)

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