"Angespannte Lage": Spitäler bekommen mehr Personal

Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) nennt die Lag in den Spitälern angespannt, laut Gesundheitsverbund ist die Versorgung aber gesichert.
Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) nennt die Lag in den Spitälern angespannt, laut Gesundheitsverbund ist die Versorgung aber gesichert.Denise Auer
Nach Berichten über gesperrte Betten und Gefährdungsanzeigen beruhigt der Gesundheitsverbund. Auf Patienten würden sich die Engpässe nicht auswirken.

Personalnot, gesperrte Betten, geschlossene Stationen: Wie berichtet, haben Mitarbeiter mehrerer Gemeindespitäler Gefährdungsanzeigen eingebracht. Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) bezeichnet die Lage gegenüber "Radio Wien" als angespannt. Der Wiener Gesundheitsverbund ist indes bemüht zu beruhigen.

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Betont wird, dass man über eine Initiative seit 2019 Spitalspersonal über die Möglichkeit von Gefährdungsanzeigen informiert. Sie sollen Gefahren vorbeugen, Personal vor Überforderung schützen und sicherstellen, dass keine Patienten zu Schaden kommen.

Hoher Anteil an Nicht-Wienern unter Patienten

In der Klinik Ottakring sind aktuell 281 Betten von insgesamt 940 gesperrt, weitere 128 Betten sind frei. "Es gibt also weiterhin Kapazitäten, jeder wird behandelt. Auf Patienten haben die Sperren keine Auswirkungen", versichert Michael Binder, ärztlicher Direktor des Gesundheitsverbunds.

Verwiesen wurde auch auf dem hohen Anteil von Patienten aus den Bundesländern: In Wien machen diese Patienten 16 Prozent aus. "Wir werden nicht alle Nicht-Wienerinnen und Nicht-Wiener ohne weitere Probleme in den Wiener Spitälern behandeln können", so Hacker zu "Radio Wien".

Mehr Personal bis 2024

Bis 2030 sehen sich die Spitäler mit einer Pensionswelle von 8.000 Mitarbeitern konfrontiert. Gleichzeitig verspricht man sich durch laufende Ausbildungsoffensiven eine "extreme Aufstockung" bis 2024, so Evelyn Kölldorfer-Leitgeb, Generaldirektorin des Gesundheitsverbundes. Auf jeden Ausbildungsplatz kämen aktuell zwei Bewerber, für eine größere Auswahl will man das Verhältnis auf vier Bewerber steigern.

Suche nach Gründen für erhöhte Personalschwankung seit Corona

Seit Corona bemerken Spitäler auch höhere Schwankung beim Personalstand. Um die genauen Gründe für Kündigungen zu kennen und einen Wechsel innerhalb des Unternehmens zu ermöglichen, hat man eine interne Jobbörse ins Leben gerufen. Auch Mitarbeitern, die bereits gekündigt haben, werden zu Gesprächen eingeladen. Genaue Ergebnisse gibt es noch nicht, aber: Vor allem die hohe Unsicherheit bei Dienstplänen habe die Belegschaft stark belastet. Viele entschieden sich während der Pandemie für einen Rückgang in ihre Heimatbundesländer.

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