Die Zahl der Todesopfer bei den Flüchtlingstragödien vor der Mittelmeerinsel Lampedusa wuchs auf 35. Die maltesische Marine hat am Sonntag die Leiche eines dreijährigen Buben aus dem Wasser geholt, der seit Freitagabend vermisst war. Das Kind befand sich mit der Mutter an Bord des Flüchtlingsbootes mit rund 250 Migranten, das am Freitag in maltesischen Gewässern gekentert war. Laut mehrerer Berichte soll das Boot nach seiner Abfahrt zudem von der libyschen Küste aus beschossen worden sein - Lybiens Premier dementiert.
wuchs auf 35. Die maltesische Marine hat am Sonntag die Leiche eines dreijährigen Buben aus dem Wasser geholt, der seit Freitagabend vermisst war. Das Kind befand sich mit der Mutter an Bord des Flüchtlingsbootes mit rund 250 Migranten, das am Freitag in maltesischen Gewässern gekentert war. Laut mehrerer Berichte soll das Boot nach seiner Abfahrt zudem von der libyschen Küste aus beschossen worden sein - Lybiens Premier dementiert.
Die Überlebenden wurden auf Lampedusa und Malta gebracht. Ein Tunesier wurde wegen des Verdachts der Schlepperei bereits verhaftet. Er wurde von den Überlebenden des Flüchtlingsunglücks am Freitagabend identifiziert. Syrische Überlebende sind zudem nach eigenen Angaben kurz nach ihrer Abfahrt von der libyschen Küste beschossen worden. Das UN-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) sprach am Sonntag unter Berufung auf Gerettete von "mehreren verletzten Passagieren". Die Schüsse seien möglicherweise von libyschen Milizionären abgefeuert worden.
Libyen weist Vorwürfe zurück. Ministerpräsident Ali Zeidan betonte am Sonntag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem maltesischen Amtskollegen Joseph Muscat in Tripolis, man gehe den Vorwürfen nach. Nach ersten Erkenntnissen seien die Anschuldigungen jedoch falsch.
Flüchtlinge zahlten 1.000 Dollar
In einer Meldung der italienischen Nachrichtenagentur Ansa aus der maltesischen Hauptstadt Valletta hieß es unter Berufung auf Zeugen, zwei Menschen seien durch Schüsse von Libyern getötet worden. Die Überlebenden - größtenteils Syrer, aber auch etwa 30 Palästinenser - berichteten, für die Überfahrt vom libyschen Suara nahe der tunesischen Grenze seien 1.000 Dollar (rund 740 Euro) fällig gewesen.
Trotz der jüngsten Flüchtlingstragödien sind nach wie vor mehrere Migrantenboote im Mittelmeer unterwegs. Ein Schlauchboot mit circa 14 Migranten an Bord wurde von einem Schiff der italienischen Marine in Sicherheit gebracht. An Bord befand sich auch eine hochschwangere Frau. Am Wochenende waren wieder fast 500 Migranten im Mittelmeer gerettet und nach Italien geführt worden.
"Mittelmeer zu Massengrab geworden"
Ab Montag soll die Zahl der italienischen Schiffe und Flugzeuge verdreifacht werden, die im Mittelmeer im Einsatz sind. "Damit wollen wir Menschenleben im Mittelmeer retten, das zu einem Massengrab geworden ist", berichtete Italiens Regierungschef Letta im Interview mit der römischen Tageszeitung "La Repubblica" am Sonntag.