Politik

Landau zum neuen Caritas-Präsident gewählt

Heute Redaktion
14.09.2021, 02:50

Die Caritas Österreich hat am Mittwoch im Vorarlberger Zwischenwasser Michel Landau als neuen Präsidenten gewählt. Die neun Landesdirektoren wählten den Nachfolger von Franz Küberl, der das Amt nach 18 Jahren niederlegte, mit mit Zwei-Drittel-Mehrheit.

mit mit Zwei-Drittel-Mehrheit.

Der neue Caristas-Chef ist für drei Jahre gewählt, die offizielle Amtsübergabe findet am 29. November statt. Landau, der vor allem wegen seines Engagements für die Flüchtlinge, die einst die Wiener Votivkirche besetzt hatten, in den Medien präsent, war, werde "wo notwendig auch beharrlich und unangenehm sein", betonte er nach der Wahl.

Armut, Pflege und Hospiz

Neben der Armutsvermeidung und -bekämpfung seien Pflege und Hospiz ein großes Feld. Man werde "mehr europäische Antworten" brauchen und dabei "ein klares Wort nicht scheuen", so der neue Präsident. "Es braucht den Blick über den Tellerrand", sagte er. Landau stellte sich hinter die Forderung seines Vorgängers Franz Küberl nach mehr Mitteln für die Entwicklungszusammenarbeit.

Philippinen helfen

Auch auf den Philippinen sei rasche Hilfe nötig. "Die Situation ist dramatisch, und jeder Euro rettet Leben", nutzte Landau seinen ersten Auftritt für einen Appell.

"Kärntner Pleitebank"

Auch in Österreich sollten die Armen nicht vergessen werden. Die Kosten für eine "Kärntner Pleitebank" dürften nicht die Armen bezahlen, erklärte er in Richtung einer neuen Bundesregierung. Der "gute Grundwasserspiegel der Solidarität" in Österreich stimme ihn aber zuversichtlich für die künftigen Herausforderungen.

Küberl zeigte sich "wahnsinnig froh" über das Wahlergebnis. "Es ist ein sehr guter Weg für die Caritas gestaltet worden", so Küberl. Er wünsche seinem Nachfolger "Gottvertrauen, Menschenvertrauen und Kraft". Ratschläge wollte er ihm nicht erteilen, so Küberl auf entsprechende Frage. Landau sei ohne Zweifel sein Wunschkandidat gewesen. Die Caritas sei nun "in den besten Händen, im besten Herzen und im besten Kopf".

Erster Präsident der Caritas Österreich war ein amtierender Weihbischof: Jakob Weinbacher aus der Erzdiözese Wien hatte das Amt von 1947 bis 1952 inne. Ihm folgte Prälat Hermann Pfeiffer (1952 bis 1964), der wiederum von Prälat Leopold Ungar abgelöst wurde. Seine Amtszeit erstreckte sich von 1964 bis 1991. Einen Kurzauftritt hatte danach der jetzige Sprecher der Pfarrer-Initiative, Helmut Schüller, der nur vier Jahre, von 1991 bis 1995, verblieb und durch Küberl abgelöst wurde.

Lesen sie weiter: Das ist Michael LandauMichael Landau (53) maturierte 1978 in Wien und studierte anschließend Biochemie. Das Studium schloss er 1988 mit dem Doktorat ab.

Taufe erst mit 20 Jahren

Erst während seiner Studienzeit trat er in die katholische Kirche ein und wurde erst 1980 getauft. Sein jüdischer Vater Erwin Landau musste 1939 flüchten und kehrte nach seinem Aufenthalt in Shanghai erst 1947 nach Österreich zurück.
Ab 1986 studierte Landau auch Katholische Theologie, ergänzt durch ein Doktoratsstudium in Kirchenrecht (Abschluss 1999; Thema: Amtsenthebung und Versetzung von Pfarrern). Im Oktober 1992 wurde er in Rom zum Priester geweiht. Seit seiner Gymnasialzeit ist er Mitglied bei katholischen Mittelschulverbindungen. Weiteres ist er Bandphilister der KMV Siegberg Dornbirn, im VMCV.

Im Dezember 1995 übernahm er nach Helmut Schüller die Leitung der Caritas Wien.

Auszeichnungen

Für sein Engagement in Hospizbewegung, Altenpflege sowie für Demenzkranke wurde Landau mit dem Greinecker Seniorenpreis 2006 ausgezeichnet. Großes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich, Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien.

 

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