Niederösterreich

Landbauer: "NÖ verzichtete auf 45,4 Millionen Euro"

Die Freiheitlichen behaupten, dass das Land Niederösterreich auf bis zu 45,4 Millionen Euro zugunsten von Immobilienspekulanten verzichtet.
14.04.2022, 16:00

"Der Entzug der Gemeinnützigkeit durch die Aufsichtsbehörde verpflichtet die Wohnungsgenossenschaft 'die EIGENTUM' ihr Vermögen an Niederösterreich abzutreten. Genau das passiert allerdings nicht", kritisierte FPÖ-Landespartei- und Klubobmann im NÖ Landtag, Udo Landbauer. "Von den ca. 52 Millionen Euro, die dem Land Niederösterreich zustehen, wurden bislang lediglich 6,6 Millionen Euro überwiesen. Es stellt sich die Frage, was mit den restlichen 45,4 Millionen passiert ist?" will Landbauer wissen. Er hat diesbezügliche Anfragen an den verantwortlichen ÖVP-Wohnbaulandesrat Martin Eichtinger eingebracht.

Derzeit versuche sich die ÖVP "mit tollpatschigen Rechtfertigungen aus der für sie mehr als unangenehmen Causa herauszuwinden", so Landbauer. Es sei richtig, dass dem Land Niederösterreich "die EIGENTUM" quasi in den Schoß gefallen sei. Das bedeute aber nicht, dass man auf die rechtlich zustehenden Zahlungen verzichten dürfe. "Die gesamten erbrachten Geldleistungen sind von der Landesregierung für Zwecke des gemeinnützigen Wohnungswesens zu verwenden", erklärt der Freiheitliche.

FPÖ sieht drei mögliche Gründe

"Die ÖVP verzichtet faktisch auf dem Land zustehende 45,4 Millionen Euro, die somit dem gemeinnützigen Wohnbau vorenthalten werden", sagt Landbauer. Für diesen faktischen "Verzicht" gebe es für mehrere mögliche Erklärungen. Eine davon sei ein aufsichtsbehördliches Totalversagen Niederösterreichs bei der Aufsicht über gemeinnützige Bauvereinigungen. Eine weitere Erklärung wäre fachliches Unvermögen des zuständigen Landesrates und die dritte Erklärung wäre Absicht.

Dann allerdings stelle sich die Frage, wer davon profitiere. "Der niederösterreichische Wohnungssuchende ist es jedenfalls nicht. Denn ihm werden dadurch hunderte Wohnungen vorenthalten, die mit diesem Geld hätten gebaut werden können", sagte Landbauer.

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