Die NEO-SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner stellte beim heutigen SPÖ-Landesparteitag klar, eine "Lebensentscheidung" getroffen zu haben. Heftige Kritik übte sie an der Bundesregierung.
Bei ihrer ersten Rede in der Funktion als designierte SPÖ-Chefin beim Landesparteitag in NÖ-SPÖ-Landesparteitag in Schwechat ist Pamela Rendi-Wagner mit minutenlangem stehendem Applaus begrüßt worden.
Gleich zu Beginn ihrer Ansprache betonte die 47-Jährige vor ihren Parteikollegen, dass sie eine "Lebensentscheidung" getroffen habe. Zwar sei sie erst kurz in der Politik, "aber die Werte der Sozialdemokratie teile ich schon sehr, sehr lange".
Rendi-Wagner verfolge vor allem ein Ziel: "Die SPÖ soll wieder die Nummer eins werden". Sie habe viel Unterstützung und Vertrauen bekommen. Und ihr sei klar, das Vertrauen auch viel Überwindung gekostet habe.
"Keine leichte Entscheidung"
Sie habe "keine leichte Entscheidung", aber eine "Entscheidung für Verantwortung". Die NEO-SPÖ-Chefin hätte "viele Chancen nicht gehabt, hätte es die Politik der Sozialdemokratie nicht gegeben". Jetzt möchte die 47-Jährige einen Beitrag zurückgeben.
In ihrer Rede stellte Rendi-Wagner zudem einmal mehr fest, dass Geburt, Hautfarbe und Herkunft nicht über Chancen der Menschen entscheiden dürften.
"Das ist unser Alleinstellungsmerkmal, wir haben ein anderes Menschenbild als die schwarz-blaue Regierung. Ihr könnt mir vertrauen", versicherte Rendi-Wagner. Ihr sei klar, dass sie diese große Verantwortung "niemals allein stemmen" könne, aber "Ich vertraue euch", fügte sie hinzu.
Kritik an Regierung
Die designierte SPÖ-Vorsitzende rief die Delegierten auch dazu auf, mehr vertrauen in die Partei zu haben. Sie sollen stolz auf sie sein, sowie auf die Leistungen und ihre Werte. Scharfe Kritik gab es an der Bundesregierung.
Rendi-Wagner kritisierte in der Rede unter anderem das Thema Zwölfstundentag und die 60-Stundenwoche. Auch die Abschaffung der Aktion 20.000 sowie die Absage an die Ausbildungsgarantie bis 25 wurden von der 47-Jährigen bekrittelt. "Es braucht uns mehr denn je", ist sich Rendi-Wagner sicher.
Schnabl stellt sich Wiederwahl
Franz Schnabl steht unterdessen vor seiner ersten Wiederwahl als Landesparteichef. Der 59-Jährige ist seit Juni 2017 im Amt. Damals erhielt Schnabl bei einem außerordentlichen Parteitag in St. Pölten 98,8 Prozent der Stimmen.
(red)