Nach dem Mord an zwei französischen Polizeimitarbeitern werden mehr und mehr Details zum mutmaßlichen Täter bekannt. Er selbst bekannte sich während der blutigen Geiselnahme zur Terrormiliz "Islamischen Staat" (IS) und wurde in der Vergangenheit bereits einschlägig verurteilt.
Nach dem und wurde in der Vergangenheit bereits einschlägig verurteilt.
Aus Justizkreisen drang die Identität des von der Spezialeinheit RAID erschossenen mutmaßlichen Dschihadisten durch. Wie die französische Zeitung "Le Monde" berichtet, handelt es sich um den 25-jährigen Larossi Abballa. Der Franzose wurde in Mantes-la-jolie geboren.
Verurteilter Terrorist
Der junge Mann ist keinesfalls ein unbeschriebenes Blatt. Er war 2013 wegen "Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung zur Vorbereitung von terroristischen Akten" zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden, davon ein halbes Jahr auf Bewährung. Außerdem ist er wegen Raubes, Hehlerei und Gewalttätigkeit polizeibekannt.
Er dürfte erst seit kurzem wieder auf freiem Fuß gewesen sein. Seinen Lebensunterhalt verdiente er als Sandwich-Auslieferer.
Der 25-Jährige soll zu einer siebenköpfigen Gruppe, deren Mitglieder aus Pariser Vororten stammen, gehört haben. Er wurde beschuldigt, andere Personen rekrutiert zu haben und sie körperlich auf den Dschihad in der Zone zwischen Pakistan und Afghanistan vorbereitet zu haben. Zwischen Dezember 2010 und Februar 2011 trafen sich die Männer regelmäßig am Wochenende in Parks in La Courneuve und Argenteuil.
Kopf der Terrorgruppe zu langjähriger Strafe verurteilt
Als Chef der Gruppe war der Inder Mohamed Abdul Raseed (34) zu acht Jahren Haft verurteilt worden. In seinem Besitz waren Texte, Fotos, Videos über den Dschihad gefunden worden, unter anderem Anleitungen zur Herstellung von explosivem Material. Zwei weitere Mitglieder, Charaf-Din Aberouz (27) aus Mureaux und der französisch-pakistanische Staatsbürger Zohab Ifzal waren 2011 in Lahore (Pakistan) festgenommen und nach Frankreich ausgeliefert worden.
Abballa taucht laut einer Quelle aus der Polizei auf mehreren "S-Dokumenten" (S steht für Staatssicherheit) auf, schrieb die Zeitung "Le Monde". Das bedeute aber nicht automatisch, dass er schuldig sei.
Während des Attentats bekannte er sich zur Terrormiliz "Islamischen Staat". Die IS-nahe Nachrichtenagentur Amaq spricht sogar von einem "IS-Kämpfer".