Röntgenstrahlen stoßen schnell an ihre Grenzen. Schon wenige Zentimeter Blei oder ein dicker Stahlmantel schlucken sie fast vollständig. Für Zollbehörden, Sicherheitsdienste und Kernkraftwerke sind das schlechte Nachrichten - sie suchen seit Jahren nach Alternativen.
Eine solche Alternative haben Forscher der Colorado State University jetzt präsentiert. Mit einem Hochleistungslaser erzeugen sie sogenannte Myonen - Teilchen, die selbst dicke Gesteinsschichten mühelos durchdringen.
Das Besondere daran, so heißt es auf forschung-und-wissen.de: Die Aufnahme dauert nur einen einzigen Laserpuls und funktioniert aus 15 Metern Entfernung. Die Teilchen können durch Beton, Fels und Stahl fliegen, wo Röntgenlicht längst stecken bleibt.
Die sogenannte Myonen-Radiographie gibt es zwar schon länger - damit wurde etwa 2017 ein unbekannter Hohlraum in der Cheops-Pyramide entdeckt. Dabei nutzt man natürliche Myonen aus der kosmischen Strahlung. Das Problem: Für ein brauchbares Bild müssen Detektoren wochen- bis monatelang Daten sammeln.
Der neue Laser ändert das dramatisch: Ein einziger Puls liefert so viele Myonen, wie die kosmische Strahlung erst in mehr als acht Stunden produziert. Das könnte künftig helfen, Schmuggelware in Containern aufzuspüren oder zerstörte Reaktoren sicher zu untersuchen.