Alfred Tatar ist tot! Der kultige Fußballer und Trainer starb an Christi Himmelfahrt im Alter von 62 Jahren an den Folgen der Nervenkrankheit ALS.
Letztes Jahr hatte er seine Experten-Tätigkeit bei "Sky" aus gesundheitlichen Gründen beendet. Tatar begeisterte die Fußball-Fans mit Wortwitz und fundierter Analyse. Der studierte Biologe und Mathematiker spielte unter anderen für die Vienna und den Sportclub, war Bundesliga-Coach in Mattersburg und Ried.
"Heute"-Leser versorgte er mit Expertisen und Prognosen. Auch sein letzter Tipp ging auf. "Mit Coach Didi Kühbauer und der Punkteteilung ist der LASK im Frühjahr ein Meister-Kandidat", sagte er im Oktober nach dem ersten Viertel der Meisterschaft. Da waren die Linzer Zehnter und eher dem Abstieg näher, jetzt sind sie Erster, können am Sonntag am letzten Spieltag aus eigener Kraft den Titel holen.
Es ist nicht der erste Tatar-Tipp, der aufgehen würde. Vor zweieinhalb Jahren prognostizierte er das Ende von Salzburgs-Titel-Ära, sagte die Meisterschaft von Sturm Graz voraus. Coach Christian Ilzer prophezeite er damals eine große Zukunft in der deutschen Bundesliga – er ist jetzt in Hoffenheim, kämpft um die Champions League.
Guido Burgstallers Rückkehr zu Rapid verknüpft er vor Saisonbeginn mit 22 Saisontoren, die der Stürmer schießen werde. Am Ende waren es 21, weil Burgstaller im Liga-Finish einen Elfmeter verschoss.
Der Experte Tatar wird fehlen. Der Mensch Tatar wird fehlen.
Als ÖFB-Toptalent war er 1983 bei der U20-WM in Mexiko dabei, ein Teamkollege war Toni Polster. Der schrieb jetzt auf Facebook zu Tatars Ableben: "Mei Bua, i bin unendlich traurig."
Tatar selbst hinterließ als letzte Nachricht folgenden Satz: "Der lebendige Tote bricht mit dem toten Lebendigen."