13 Kinder starben bereits heuer auf den Straßen

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ArchivfotoBild: Matthias Lauber
Eine erschreckende Statistik präsentierte der Verkehrsclub Österreichs am Montag. Bei Unfällen im Straßenverkehr starben heuer bereits 13 Kinder.
Jenes vierjährige Mädchen, das am Sonntag vor einer Kirche in Salzburg von einem Pkw erfasst wurde und in weiterer Folge im Krankenhaus seinen Verletzungen erlag, war bereits das 13. Kind, das allein in diesem Jahr im Straßenverkehr ums Leben kam.

Laut dem Verkehrsclub Österreichs (VCÖ) bedeuten diese Zahlen einen deutlichen Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren. 13 Opfer nach zwei Quartalen, das ist mehr als in den kompletten zwölf Monaten der vorangegangenen Jahre zusammen.

2016 kamen auf Österreichs Straßen sieben Kinder ums Leben, 2017 waren es acht. Im Vorjahr waren "nur" drei Opfer zu beklagen. Allein im August wurde die Marke des gesamten Jahrs 2016 übertroffen. Denn in diesem Monat sind bisher 4 Kinder durch Unfälle getötet worden.

„Es wäre falsch, diese Serie an schrecklichen Unfällen als Einzelfälle abzutun. Umso mehr als auch insgesamt die Zahl der Verkehrstoten heuer gestiegen ist", fordert VCÖ-Sprecher Christian Gratzer Konsequenzen. So müssten andere Verkehrsteilnehmer besser vor Rasern- und Alkolenker beschützt werden. Auch niedrigere Tempolimits, würden das Unfallrisiko senken.

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8.500 verletzte Kinder



Weitere brisante Fakten liefert der VCÖ bei der Zahl der im Straßenverkehr verletzten Kinder. Zwischen 2016 und 2018 seien demnach rund 8.500 Kinder bei Unfällen verletzt worden. Davon "nur" 3.500 als Pkw-Insassen.

Im Ortsgebiet wird die Sicherheit der Kinder vor allem durch zu hohes Tempo des Kfz-Verkehrs gefährdet sowie durch unübersichtliche Kreuzungen, zu schmale Gehwege und fehlende Radverbindungen, beklagt der VCÖ. Zudem seien viele Bus-Haltestellen auf Freilandstraßen noch immer nicht über sichere Gehwege erreichbar.

„In der Vergangenheit wurden viele Maßnahmen gesetzt, damit Kinder verkehrsgerecht werden. Massiv vernachlässigt wurden Maßnahmen, die das Verkehrssystem kindgerecht machen. In den Niederlanden beispielsweise gilt als Indikator für die Qualität der Verkehrsplanung, wie viele Kinder zu Fuß oder mit dem Rad mobil sind. Diesbezüglich ist der Verbesserungsbedarf in Österreich sehr groß", betont VCÖ-Sprecher Gratzer.

(mr)

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