Die französische Rechtspopulistin Marine Le Pen steht vor dem wichtigsten Tag ihrer politischen Karriere. Am Dienstag um 13.30 Uhr verkündet das Pariser Berufungsgericht sein Urteil im Verfahren um die Veruntreuung von EU-Geldern.
Neben Le Pen sind zehn weitere Personen sowie ihre Partei Rassemblement National (früher Front National) angeklagt. In erster Instanz wurde die 57-Jährige zu zwei Jahren Haft in Form einer elektronischen Fußfessel sowie fünf Jahren Nichtwählbarkeit verurteilt.
Die Schlüsselfrage lautet: Mildern die Richter die Strafe ab? Sollten sie Le Pen zu höchstens zwei Jahren Nichtwählbarkeit verurteilen, könnte die Rechtspopulistin bei der Präsidentschaftswahl 2027 antreten.
Sollte Le Pen nicht kandidieren können, will sie die Kandidatur dem 30 Jahre alten RN-Parteichef Jordan Bardella überlassen. Bei einem Wahlkampfauftritt zeigte sich die sonst so kämpferische Politikerin bereits auf alle Szenarien vorbereitet.
"Was auch immer am 7. Juli geschehen wird, ich werde meinen Kampf fortsetzen. Wenn ich nicht Kandidatin sein kann, werde ich eben Anhängerin der Partei sein", sagte Le Pen.
In diesem Fall werde sie Bardella "mit großer Energie, Überzeugung und großem Vertrauen unterstützen".