Lebend in Leichensack gelegt – Spital bestreitet Fehler

Normalerweise gibt es ein genaues Procedere, um den Tod eines Patienten sicher festzustellen.
Normalerweise gibt es ein genaues Procedere, um den Tod eines Patienten sicher festzustellen.Getty Images/iStockphoto
Ein Patient war möglicherweise noch am Leben, als er in den Leichensack gelegt und ins Leichenschauhaus gebracht wurde. Die Untersuchung läuft.

Der 55-jährige Kevin Reid befand sich auf der Palliativstation des Rockingham General Hospital in der Nähe von Perth, Westaustralien, als er am 5. September 2022 von einer Krankenschwester vermeintlich tot aufgefunden wurde und Stunden später, nachdem die Familie sich vom Verstorbenen verabschiedet hatte, in einen Leichensack gelegt und in die Leichenhalle transportiert wurde. Es wurde jedoch kein Totenschein ausgestellt – ein Detail, das sich als entscheidend erweist.

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Unter Druck gesetzt

Als sich eine Organspendeorganisation an das Krankenhaus wendet, um die Organe des Verstorbenen zu entnehmen, wird am nächsten Tag ein Arzt in die Leichenhalle des Krankenhauses gebeten, um den Tod des Mannes zu bescheinigen. Aber als er den Leichensack öffnet, findet er frisches Blut auf dem Krankenhauskittel des Mannes, das von einer Wunde an seinem Arm stammt, während zwei seiner Gliedmaßen eine andere Position eingenommen hatten und seine Augen offen waren.

"Ich bin der Meinung, dass das offene Blut aus einem neuen Hautriss, die Armhaltung und die Augenzeichen nicht mit einer Person übereinstimmen, die tot ist", schrieb der Arzt in seinem Bericht an den Gerichtsmediziner. Somit habe der Mann zum Zeitpunkt der Einsackung noch gelebt, konnte sich jedoch nicht bemerkbar machen und sei erst danach gestorben. Der Arzt vermerkt den Tod des Mannes auf den 6. September. Jedoch sei er unter Druck gesetzt worden, den Zeitpunkt des Todes auf den 5. September rückzudatieren – der Arzt lehnt ab das zu tun und benachrichtigte seinen Abteilungsleiter.

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Ein Toter blutet nicht

Normalerweise muss bei der Feststellung des Todes der Patienten auf Gehirnaktivität, Atem- und Herztöne untersucht werden. Zudem wird geprüft, ob sich die Pupillen erweitern. Das passiert zeitnah, noch bevor der Patient aus dem Raum transportiert wird. Es ist praktisch unmöglich, dass ein Patient, der nach seinem Tod eine Schnittwunde erleidet, blutet. Wenn das Herz aufgehört zu schlagen, es gibt keinen Kreislauf mehr und das Blut zirkuliert nicht mehr im Körper und fließt somit nicht mehr. Es kommt zur Ausbildung von Totenflecken.

Sind Personalprobleme Schuld?

Die Diskrepanz wird erst bemerkt, als ein Bestattungsunternehmen das Datum in Frage stellt. Die Krankenhäuser in Westaustralien haben seit der Pandemie mit Personalproblemen zu kämpfen. Die Krankenschwestern und -pfleger wären überfordert und hätten zu viele Aufgaben erledigten, sodass die Qualität der Arbeit darunter leide. Ob diese Überforderung der Grund für den Fehler war, prüft nun ein Gericht.

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