Lehrer-Aufstand gegen Fenstertage-Aus

"Irgendwann ist Schluss": Lehrervertreter steigen gegen die Ankündigung der Regierung, wonach schulautonome Fenstertage heuer nicht schulfrei sind, auf die Barrikaden.

Lehrervertreter kritisieren die Ankündigung von Bildungsminister Heinz Faßmann (64), schulautonome Fenstertage heuer nicht schulfrei zu geben ("Heute" hat berichtet). Die Gewerkschaft der Pflichtschullehrer sieht darin einen Gesetzesbruch, da die Lehrer eine genau festgelegte Jahresarbeitszeit haben: "Irgendwann ist Schluss."

Aufregung über Mehrarbeit

Paul Kimberger, oberster Lehrergewerkschafter, sieht die Faßmann-Ankündigung als "mehr als bedenklich". Sie sei "ein klassischer Gesetzesbruch, der im Parlament legitimiert werden soll. Man bestraft damit nun all jene, die in den letzten Wochen im Rahmen des Home-Schoolings und "Distance Learnings" Großartiges geleistet haben".

Außerdem sei der vom ÖVP-Bildungsminister vorgestellten Etappenplan zur Schulöffnung in Bezug auf Größe der Gruppen, Schutz der Gesundheit, Einhaltung der Hygiene, Regelung des Abstands und geplante Organisation - "gleichzeitig Unterricht und Betreuung, wie soll das gehen?" - weitgehend undurchführbar, so Kimberger.

Ähnlich sieht es der Vorsitzende der Vorarlberger Pflichtschullehrergewerkschaft, Gerhard Unterkofler: "Wir können den Kollegen nicht immer noch mehr Arbeit aufbürden", so der Gewerkschafter. Und weiter: "Irgendwann ist Schluss".

Gibt es genug Lehrer?

Viele Schulleiter hätten erst aus den Medien davon erfahren. Die Frage, welche Lehrpersonen überhaupt für den Unterricht zur Verfügung stünden und wer zur Risikogruppe gehöre, müsse auch geklärt werden. Das könne besonders in Vorarlberg mit dem großen Lehrermangel zu einem Problem werden.

Am Montag werden Pflichtschullehrergewerkschafter aus allen Bundesländern in einer Video-Konferenz über diese Themen beraten.

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