Alice Strauss hat eine parlamentarische Bürgerinitiative gestartet. Ziel der Gymnasiallehrerin in Villach in Kärnten ist ein Gesetz, das Handys aus Schulen verbannt. Sowohl der enorme Zeitaufwand, den die Kinder an das Mobiltelefon verschwenden, als auch die heruntergeladenen Inhalte stoßen Strauss sauer auf.
in Kärnten ist ein Gesetz, das Handys aus Schulen verbannt. Sowohl der enorme Zeitaufwand, den die Kinder an das Mobiltelefon verschwenden, als auch die heruntergeladenen Inhalte stoßen Strauss sauer auf.
"Ich hab' jetzt einfach etwas tun müssen", begründet die Lehrerin ihre Initiative gegenüber dem Kurier. "Schon vor sieben, acht Jahren hab ich zum ersten Mal gesehen, wie Kinder in einer Traube um ein Handy stehen und reinstarren. Und sich Pornos anschauen. Das war eine erste Klasse, das waren Zehnjährige."
Gewaltspiele und Nacktbilder
Heuer hat es ihr gereicht. Strauss startete Ende April vorerst als Einzelkämpferin eine parlamentarische Bürgerinitiative: An allen öffentlichen Schulen soll die Nutzung von Mobiltelefonen generell untersagt werden. "Die Situation verschlimmert sich von Jahr zu Jahr. Die Kinder spielen gewaltverherrlichende Spiele. Dass sie sich Nacktbilder schicken, ist auch schon üblich, auch unter Zwölfjährigen." Strauss hofft auf wenigstens 50.000 Mitstreiter. "Je mehr Stimmen, desto eher muss die Politik reagieren."
Seiten für Minderjährige sperren
Die 42-Jährige wünscht sich außerdem "Medienerziehung und Umgang mit neuen Medien" als verbindliche Übung in den Lehrplänen aller Schulformen. Nach britischem Vorbild sollten darüber hinaus alle Seiten, die Minderjährige nicht anklicken dürfen, für diese Gruppe allgemein gesperrt werden.
Alice Strauss ist selbst zweifache Mutter.
Erst zu Wochenbeginn präsentierte das Nachhilfeinstitut : Demnach haben 90 Prozent der befragten Jugendlichen ihr Mobiltelefon ständig bei sich. Zwei Drittel nützen es in der Pause, ein Drittel sogar während des Unterrichts.