Leonie (8) rettete Reh aus Teich

Die 8-jährige Leonie Berthold-Berger aus Aurolzmünster entdeckte das Reh im Teich, holte ihren Papa zu Hilfe.
Die 8-jährige Leonie Berthold-Berger aus Aurolzmünster entdeckte das Reh im Teich, holte ihren Papa zu Hilfe.fotokerschi
Die 8-jährige Leonie aus Aurolzmünster wurde für ein junges Reh zur Lebensretterin. Sie entdeckte das völlig erschöpfte Tier im Teich, holte Hilfe.

"Der Jäger, der später dazu kam, hat sich bei Leonie für die Rettungsaktion bedankt, meinte es hätte nicht mehr lange gedauert und das Tier hätte keine Kraft mehr gehabt und wäre untergegangen", erzählt Papa Alfred Berthold stolz.

Der 34-jährige Innviertler war Samstagvormittag gemeinsam mit seiner Tochter zum Angeln zum zwei Kilometer entfernten Fischteich in Aurolzmünster (Bez. Ried) aufgebrochen. "Zum Baden wär' es eindeutig noch zu kalt gewesen", erklärt er im "Heute"-Gespräch.

Jungtier war völlig erschöpft, zitterte am Körper

Am 3.000 Quadratmeter großen Naturteich mit Karpfen, Forellen und Zander angekommen, war Papa Alfred gerade dabei, die Angel aus der Gerätehütte zu holen. Da hörte er die 8-Jährige um Hilfe rufen. Die Schülerin hatte im rund zwei Meter tiefen Fischteich ein hilflos im Wasser treibendes Reh entdeckt. Nur der Kopf schaute noch aus dem etwa 20 Grad kalten Wasser.

"Normalerweise sollen sich Rehe selbst aus so einer Lage befreien können, aber es konnte sich mit den Hinterläufen nicht abstützen, dürfte auch schon ziemlich geschwächt gewesen sein. Wie lange es da drin war, wissen wir nicht. Es hat am Körper aber schon ziemlich gezittert. Ob das an einer Unterkühlung lag oder wegen der ganzen Aufregung – wahrscheinlich war es irgendwie beides", so Berthold.

Auf wackeligen Beinen zurück in den Wald

Der 34-Jährige zögerte keine Sekunde, stieg ins Wasser, griff sich das Tier am Bauch und hob es an Land. Dort wurde es erstmal kurz in der Sonne gelassen, um zu trocknen und den ersten Schock verdauen zu können. Dann übernahm Leonie das Ruder. Sie holte ein Handtuch aus dem Auto ihres Papas und rubbelte damit das Reh ab, das lautlos und noch etwas erschöpft die Pflege genoss.

Nach einer halben Stunde versuchte das Tier wieder in Richtung Wald aufzubrechen. Die ersten Schritte waren noch etwas wackelig, bevor es aber im Unterholz verschwand, blickte es noch einmal kurz zu Leonie und ihrem Papa zurück. "Es wirkte, als hätte es Dankeschön gesagt", so Berthold, der völlig zu Recht stolz auf die 8-Jährige ist. 

Die Schülerin ist generell sehr tierlieb, hat erst vor kurzem einen Specht aufgepäppelt und großgezogen. 

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