Cowboys, Marlboro-Werbung und jede Menge Gesellschaftskritik: Wer die große Richard-Prince-Ausstellung in der Albertina noch sehen möchte, sollte sich beeilen. Die Schau läuft nur noch bis 16. August – und zeigt rund 150 Werke eines der einflussreichsten und umstrittensten Künstler der Gegenwart.
Richard Prince zählt zu den Pionieren der sogenannten Appropriation Art. Seit den 1970er-Jahren nimmt der New Yorker bekannte Werbebilder, Magazine und Fotografien auseinander – und setzt sie in einen völlig neuen Kontext. Besonders berühmt wurde seine legendäre Serie "Cowboys": Dafür fotografierte er die ikonischen Marlboro-Werbeanzeigen einfach noch einmal ab. Was zunächst wie Werbung aussieht, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als kritischer Blick auf Männlichkeitsbilder, Konsum und den amerikanischen Traum.
Die Albertina widmet Prince nun eine umfassende Retrospektive mit Arbeiten aus mehr als fünf Jahrzehnten. Im Mittelpunkt steht die Fotografie – jenes Medium, mit dem der Künstler weltberühmt wurde. Neben den bekannten Serien "Cowboys", "Fashion" und "Gangs" sind auch selten gezeigte Werke zu sehen: persönliche Aufnahmen aus dem ländlichen New York, experimentelle Collagen und frühe Arbeiten, die Princes einzigartigen Blick auf unsere Bilderwelt zeigen.
Spannend ist dabei vor allem, wie Prince mit Originalen spielt. Seine Werke wirken oft vertraut – und stellen gleichzeitig die Frage, wem Bilder eigentlich gehören und wie sehr Werbung und Medien unser Denken beeinflussen.
Wer also moderne Kunst mag oder einfach eine der spannendsten Ausstellungen des Sommers erleben möchte, sollte sich den Besuch nicht entgehen lassen. Denn nach dem 16. August ist Schluss.