Der libanesische Regierungschef Nawaf Salam hat die anhaltenden israelischen Angriffe auf Ziele im Süden vom Libanon scharf kritisiert. "Angesichts der gefährlichen und beispiellosen israelischen Eskalation in den vergangenen Tagen ist es notwendig, die politischen und diplomatischen Bemühungen zu verstärken, um eine rasche und echte Waffenruhe zu erreichen", sagte Salam am Samstag in einer im Fernsehen übertragenen Ansprache.
Er warf Israel vor, eine Strategie "der verbrannten Erde und der Kollektivstrafe" zu verfolgen, indem die Armee "Städte und Dörfer zerstört und ihre Bewohner zur Flucht zwingt". Salam verteidigte die seit April laufenden direkten Verhandlungen mit Israel. Ein Erfolg sei dabei zwar "nicht garantiert", sagte der Regierungschef. "Aber sie sind der am wenigsten kostspielige Weg für unser Land und unser Volk."
Im Libanon gilt eigentlich derzeit eine Waffenruhe, die aber von der proiranischen Hisbollah-Miliz abgelehnt wird. Die Hisbollah und Israel liefern sich inzwischen wieder täglich Angriffe. Am Samstag hat die israelische Armee neue Angriffe gegen die Hisbollah angekündigt und die Bewohner von sieben Dörfern im Süden vom Libanon zur sofortigen Evakuierung aufgerufen.
Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hat am Freitag verkündet, dass die israelische Armee im Zuge ihres ausgeweiteten Einsatzes im benachbarten Libanon den Fluss Litani überquert habe, der etwa dreißig Kilometer nördlich der Grenze verläuft. Die israelische Luftwaffe sei zudem in der libanesischen Hauptstadt Beirut, in der östlichen Bekaa-Region sowie "entlang der gesamten Front" im Einsatz.