"Größter Angriff"

Israel überzieht Libanon mit heftigem Raketen-Hagel

Israel greift trotz Iran-Waffenruhe im Libanon massiv an: Laut Berichten handelt es sich um den "größten koordinierten Angriff" seit Kriegsbeginn.
Newsdesk Heute
08.04.2026, 16:47
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Trotz Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran eskaliert die Lage weiter: Israel hat im Libanon massive Angriffe geflogen. Laut AFP handelte es sich um den bislang "größten koordinierten Angriff" auf die Hisbollah-Miliz seit Beginn des Kriegs.

Nach Angaben der israelischen Armee wurden Ziele im Süden des Landes sowie in Vororten von Beirut attackiert. Das libanesische Gesundheitsministerium berichtete von Dutzenden Toten.

Auch die staatliche Nachrichtenagentur Ani meldete Angriffe, darunter auf ein Wohngebäude nahe der Küstenstadt Tyros. Später traf es mehrere Viertel der Hauptstadt, über denen Rauch aufstieg, während Augenzeugen von panischen Reaktionen der Bevölkerung berichteten.

Infolge der Angriffe kam es laut Behörden zu einem Verkehrschaos in Beirut, Anwohner wurden aufgefordert, Rettungskräften Vorrang zu geben. Zuvor hatte die israelische Armee die Bevölkerung in betroffenen Gebieten zur Evakuierung aufgerufen, insbesondere in Vororten von Beirut sowie in einem Viertel von Tyros.

100 Hisbollah-Ziele angegriffen

Das Militär erklärte, rund 100 Hisbollah-Ziele angegriffen zu haben, darunter "Kommandozentren und militärische Einrichtungen" in Beirut, der Bekaa-Ebene und im Süden des Libanon. Die Hisbollah selbst meldete zunächst keine weiteren Angriffe, rief jedoch Vertriebene dazu auf, vorerst nicht zurückzukehren, bis "die offizielle und endgültige Waffenruhe-Erklärung im Libanon veröffentlicht worden ist". Gleichzeitig zeigte sich die Miliz kämpferisch und erklärte: "Heute stehen wir an der Schwelle eines großen und historischen Sieges".

Israel stellte klar, dass die Feuerpause mit dem Iran nicht für den Libanon gilt. "Der Kampf im Libanon geht weiter", teilte ein Armeesprecher mit. Auch aus dem Büro von Premier Benjamin Netanjahu hieß es, die Vereinbarung umfasse "nicht den Libanon", während Pakistan die Waffenruhe für die gesamte Region als gültig bezeichnet hatte.

Internationaler Druck auf Israel wächst

Der Konflikt hatte Ende Februar mit Angriffen auf den Iran begonnen und sich Anfang März auf den Libanon ausgeweitet, nachdem die Hisbollah Raketen auf Israel abgefeuert hatte. Libanons Präsident Joseph Aoun zeigte sich dennoch offen für eine Friedenslösung und erklärte, seine Regierung arbeite an einem stabilen regionalen Frieden.

International wächst der Druck auf Israel: Deutschland rief zur Mäßigung auf und forderte, sich im Libanon "auf die notwendige Selbstverteidigung gegen Hisbollah" zu beschränken. Frankreich sprach sich ebenfalls dafür aus, die Waffenruhe auszuweiten – Präsident Emmanuel Macron erklärte: "Es ist unser Wunsch, dass die Waffenruhe den Libanon vollständig umfasst".

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