US-Präsident Donald Trump hat den Ton gegenüber dem Iran kurz vor Ablauf eines Ultimatums massiv verschärft. Sollte Teheran ein Abkommen zur Waffenruhe nicht unterzeichnen, drohte Trump mit drastischen Konsequenzen – auf seiner Plattform schrieb er sogar: "Heute stirbt eine ganze Zivilisation." Gleichzeitig setzte er der Führung in Teheran eine letzte Frist bis 2 Uhr nachts und stellte militärische Angriffe auf Infrastruktur in Aussicht.
Die Reaktion aus Teheran folgte prompt: Der Iran brach die laufenden Gespräche ab und wies die US-Forderungen zurück. Vermittlungsversuche scheiterten damit vorerst, während die Lage weiter eskaliert. Beobachter warnen vor einer gefährlichen Zuspitzung – sollte das Ultimatum tatsächlich verstreichen, droht eine neue militärische Eskalation im ohnehin angespannten Konflikt.
Der frühere Sicherheitsberater von Donald Trump, John R. Bolton, hat am Dienstagabend in der "ZiB 2" bei Armin Wolf eine deutliche Einschätzung zur aktuellen politischen Lage abgegeben – und dabei vor allem den Ex-US-Präsidenten scharf kritisiert.
Bolton sieht viele Aussagen Trumps vor allem als Teil eines bekannten Musters: "Diese Kommentare sind Trumps typische Gepoltere. Ich weiß nicht, was er tun wird, wenn die Zeit abgelaufen ist. Trump wird versuchen, Brücken und andere Infrastruktur anzugreifen und sagen, aus reiner Herzensgüte hat er beschlossen, den Angriff zu mildern und den Iranern schließlich sieben Tage mehr Zeit geben."
Spekulationen über einen möglichen Einsatz von Atomwaffen weist er jedoch klar zurück. "Ich glaube nicht, dass das zur Debatte steht. Ich weiß nicht, wie er mit dieser Art zu sprechen im Immobiliengeschäft Erfolg hatte, als US-Präsident ist man so nicht erfolgreich. Ich würde die Wahrscheinlichkeit auf 0 einschätzen."
Auch das Verhalten Trumps gegenüber dem Militär sieht Bolton kritisch, betont aber zugleich die Professionalität der Streitkräfte: "Die Leute im Militär wissen, was legitime militärische Aktionen sind, ganz egal, was Trump sagt. Ich sage schon seit langer Zeit, dass Trump nicht für das Amt des Präsidenten geeignet ist. Im Gegensatz zu seiner ersten Amtszeit sieht man dieses Verhalten nun auch öffentlich. Sein Mund bewegt sich, mehr nicht."
Mit Blick auf den Iran beschreibt Bolton ein angeschlagenes Regime: "Das Regime im Iran steht unter Druck, es war noch nie so unbeliebt. Wenn das Regime fortbesteht, wären die Folgen schlimmer als die Turbulenzen, die wir jetzt gerade durchmachen. Was Trumps Ziel ist, weiß ich aber nicht." Gleichzeitig ortet er bei Trump ein strategisches Dilemma: "Trump will verzweifelt herauskommen, er kann aber keinen Sieg verkünden, solange die Straße von Hormus geschlossen bleibt. Wie lange das dauern wird, sei jedoch unklar."
Gerüchte über mögliche militärische Pläne in Grönland hält der ehemalige Berater hingegen für nicht realistisch. "Dann würde er seines Amtes enthoben werden. Die Republikaner würden diesen Schritt nicht unterstützen."