Rund um die Führung im Iran sorgen neue Berichte für Aufsehen: Modschtaba Chamenei, der neue oberste Führer des Landes, soll sich in einem "kritischen Zustand" befinden und nicht regierungsfähig sein.
Laut einem Bericht der britischen "The Times", der sich auf ein diplomatisches Memo stützt, werde der 56-Jährige derzeit in der Stadt Ghom behandelt. Demnach sei er ohne Bewusstsein und nicht in der Lage, "an irgendwelchen Entscheidungen des Regimes mitzuwirken". In dem Dokument ist von "einem kritischen Zustand" die Rede.
Ghom gilt als religiöses Zentrum des schiitischen Islam und liegt rund 140 Kilometer südlich von Teheran. Dort soll sich auch der Leichnam seines Vaters, Ayatollah Ali Chamenei, befinden, der laut Bericht für die Beisetzung vorbereitet wird.
Seit seiner Ernennung ist Modschtaba Chamenei nicht öffentlich aufgetreten. Auch direkte Ansprachen gab es bisher nicht - Mitteilungen wurden ausschließlich schriftlich verbreitet und im Staatsfernsehen verlesen.
Während offizielle Stellen betonen, der neue Führer sei weiterhin "im Amt", sprechen Oppositionsgruppen davon, dass er im Koma liege.
Auch international sorgt die Situation für Aufmerksamkeit: US-Präsident Donald Trump erklärte, er führe Gespräche mit anderen iranischen Vertretern - jedoch nicht mit dem obersten Führer.