Nach der offiziell verkündeten Waffenruhe zwischen den USA, Israel und dem Iran spitzt sich die Lage am Persischen Golf erneut zu. Mehrere Explosionen sowie gegenseitige Schuldzuweisungen sorgen für neue Spannungen in der Region.
Im Iran kam es laut der Nachrichtenagentur Mehr zu Explosionen an einer Ölraffinerie auf der Insel Lawan. Die Ursache war zunächst unklar. Die Raffinerie sei Ziel eines "feindlichen, hinterhältigen Angriffs" geworden, berichtete die Agentur unter Berufung auf die nationale Ölgesellschaft. Einsatzkräfte seien vor Ort, um die Brände unter Kontrolle zu bringen und die Anlagen zu sichern. Todesopfer habe es nicht gegeben.
Israel wies jede Verantwortung zurück. Militärsprecher Nadav Schoschani erklärte am Nachmittag, dass Israels Armee nicht beteiligt gewesen sei.
Auch von der Insel Sirri wurden Explosionen gemeldet. Laut Mehr kündigte der Iran an, auf jede Aggression mit einer "Reue bringenden Antwort" zu reagieren. Eine unabhängige Bestätigung der Angaben war zunächst nicht möglich.
Parallel dazu meldeten mehrere Golfstaaten neue Angriffe. Die kuwaitische Armee erklärte, der Iran greife das Land seit Stunden an. Betroffen seien unter anderem Ölförderanlagen, Kraftwerke und Entsalzungsanlagen, die erheblich beschädigt worden seien. "Seit 08.00 Uhr morgens sieht sich die kuwaitische Luftabwehr einer intensiven Welle feindlicher und krimineller Angriffe aus dem Iran ausgesetzt", teilte die Armee im Onlinedienst X mit. Insgesamt seien 28 Drohnen entdeckt worden.
Auch die Vereinigten Arabischen Emirate berichteten von einer "Bedrohung durch Raketen". Das Verteidigungsministerium erklärte: "Die Luftabwehr ist derzeit mit Raketen- und Drohnenangriffen aus dem Iran konfrontiert".
Bereits am Morgen waren Raketenangriffe aus Bahrain gemeldet worden. Eine AFP-Journalistin berichtete von Explosionen und Rauch über der Insel Sitra, auf der sich Ölförderanlagen befinden. Laut Innenministerium konnte der Zivilschutz einen "durch die iranische Aggression" verursachten Brand löschen. Zwei Menschen seien leicht verletzt worden, zudem seien mehrere Häuser beschädigt.