US-Präsident Donald Trump verkündete die "beidseitige Waffenruhe" am Dienstagabend (Ortszeit) in seinem Onlinedienst Truth Social. Der Iran erklärte sich im Gegenzug bereit, die Straße von Hormus für vorerst zwei Wochen wieder zu öffnen. Die Ölpreise gaben daraufhin deutlich nach.
Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi erklärte im Onlinedienst X, für einen Zeitraum von zwei Wochen werde "die sichere Durchfahrt" durch die Meerenge möglich sein, durch die rund ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssiggastransporte verlaufen. Voraussetzung sei, dass "die Angriffe auf den Iran aufhören", fügte Araghtschi hinzu.
Trump gab den Durchbruch rund eine Stunde vor Ablauf seines Ultimatums bekannt. Er hatte dem Iran mit massiven Angriffen auf Brücken und Kraftwerke gedroht und zuletzt sogar mit der Auslöschung seiner "ganzen Zivilisation".
An diesem Freitag sollen nach iranischen Angaben nun Gespräche mit den USA in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad beginnen. Dabei geht es um ein dauerhaftes Abkommen. Trump und der iranische Außenminister dankten dem pakistanischen Regierungschef Shehbaz Sharif und Generalstabschef Asim Munir für ihre Vermittlungsbemühungen. Sie hatten den Rahmen für die nun erfolgte Einigung vorgeschlagen.
Sharif erklärte, die Feuerpause solle "umgehend" in Kraft treten und im gesamten Nahen Osten gelten. Dies schließe auch den Libanon ein. Dort war Israel in den vergangenen Wochen in aller Härte gegen die pro-iranische Hisbollah-Miliz vorgegangen. Nach Angaben des Libanon wurden dort seit Beginn des Iran-Kriegs mehr als 1.500 Menschen getötet.
Trump schrieb weiter, die Verhandlungen über einen langfristigen Frieden im Nahen Osten seien "sehr weit fortgeschritten". Den USA liege ein 10-Punkte-Vorschlag aus Teheran vor, der "eine tragfähige Grundlage" darstelle. Fast alle Streitpunkte seien beigelegt. Während der zweiwöchigen Feuerpause könne ein Abkommen fertiggestellt und besiegelt werden.
Trump hatte sein Ultimatum an den Iran ursprünglich bereits am 21. März gestellt. Danach verlängerte er es mehrfach. Zur Bedingung für ein Abkommen mit Teheran machte er vor allem die Aufgabe des iranischen Atomprogramms.
Nun äußerte sich der Präsident zuversichtlich, dass "dieses langfristige Problem kurz vor seiner Lösung steht". Der Westen wirft dem Iran seit Jahren vor, an einer Atombombe zu arbeiten.
Der iranische Zehn-Punkte-Plan sieht nach Angaben iranischer Staatsmedien allerdings vor, dass die USA dem Iran die Anreicherung von Uran erlauben. Zudem verlangt Teheran demnach weiterhin die Aufhebung aller US-Sanktionen gegen das Land sowie Reparationen für erlittene Kriegsschäden.
Der Iran-Krieg hatte am 28. Februar mit Angriffen der USA und Israels auf die Islamische Republik begonnen. Dabei wurde unter anderem der oberste Führer Ayatollah Ali Chamenei getötet. Teheran hatte mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie auf mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Region reagiert.