Hinter den Kulissen könnte sich eine überraschende Wende im Iran-Konflikt abzeichnen. US-Präsident Donald Trump hat sein Ultimatum vorerst gestoppt – offenbar wegen laufender Geheimverhandlungen.
Trump selbst sprach am Montag von "produktiven Gesprächen", während Vertreter aus Teheran dies öffentlich bestritten. Mehrere US- und britische Medien berichten jedoch übereinstimmend, dass es tatsächlich indirekte Verhandlungen zwischen den Konfliktparteien gibt.
Auf amerikanischer Seite sollen Trumps Schwiegersohn Jared Kushner und Sondergesandter Steve Witkoff die Gespräche führen. Beide waren bereits bei Verhandlungen zu Gaza und der Ukraine im Einsatz. Direkte Kontakte mit dem Iran gebe es demnach aber nicht – stattdessen laufen die Gespräche über mehrere Vermittler.
Eine zentrale Rolle spielen offenbar verschiedene Staaten. Neben Oman, der bereits vor dem Krieg als Vermittler fungierte, sollen auch Katar und Ägypten eingebunden sein. Laut Berichten haben diese Länder den USA und Israel signalisiert, dass der Iran grundsätzlich gesprächsbereit sei.
Auch die Türkei, Pakistan, Frankreich und Großbritannien sollen diplomatische Kanäle nutzen, um Botschaften zu übermitteln. Zudem trafen sich zuletzt mehrere Außenminister aus der Region, um eigene Lösungsansätze auszuarbeiten.
Unklar ist jedoch, wer auf iranischer Seite tatsächlich entscheidungsbefugt ist. Viele führende Vertreter wurden im Verlauf des Konflikts ausgeschaltet. Der neue Oberste Führer Modschtaba Chamenei soll zudem verletzt und möglicherweise nicht ansprechbar sein.
Als möglicher Ansprechpartner gilt Außenminister Abbas Araghtschi, der bereits an früheren Atomgesprächen beteiligt war. Allerdings soll die US-Seite wenig Interesse daran haben, diesen Kanal erneut zu nutzen. Laut "Axios" würden Trumps Berater Araghtschi als "Faxgerät" betrachten – jemand, der zwar Gespräche führt, aber keine Entscheidungen treffen kann.
Stattdessen rückt Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf in den Fokus. Ihm wird zugetraut, sowohl die politische Führung als auch Hardliner im Iran von einem Abkommen zu überzeugen. Berichten zufolge soll es sogar bereits indirekte Kontakte zwischen ihm und den US-Verhandlern gegeben haben – was Ghalibaf selbst allerdings als "Fake News" zurückwies.
Inhaltlich könnten die Gespräche bereits weit fortgeschritten sein. Laut "Telegraph" liegt ein umfassender 15-Punkte-Plan auf dem Tisch, der zentrale Forderungen beider Seiten enthält.
Demnach würden die USA und Israel zusichern, keine weiteren Angriffe durchzuführen. Im Gegenzug soll der Iran sein Atomprogramm deutlich zurückfahren, die Urananreicherung beenden und wichtige Anlagen stilllegen. Auch das Raketenprogramm könnte für mehrere Jahre gestoppt werden.
Teheran stellt im Gegenzug ebenfalls weitreichende Forderungen: Die USA sollen ihren größten Militärstützpunkt in der Region schließen, eine Garantie gegen weitere Kriege abgeben und Reparationen leisten. Washington zeigt sich laut Berichten zwar offen für finanzielle Zugeständnisse – allerdings eher in Form der Freigabe eingefrorener Gelder.
Schon in den kommenden Tagen könnten die Gespräche eine neue Stufe erreichen. Medienberichten zufolge wird über direkte Treffen in Pakistans Hauptstadt Islamabad nachgedacht. Auch ein Auftritt von US-Vizepräsident JD Vance steht im Raum – ein bemerkenswerter Schritt, da er innerhalb der Regierung als eher kriegskritisch gilt.