Licht und Schatten! "Destiny 2: Jenseits des Lichts"

Die neueste Erweiterung "Jenseits des Lichts" des Kult-Shooters "Destiny 2" passt sich dem Titel an. Vieles, aber nicht alles strahlt im Spiel hell.

Nach einem Ausflug auf den Mond mit der Erweiterung "Festung der Schatten" schickt Entwickler Bungie in "Destiny 2" die Shooter-Spieler nun "Jenseits des Lichts". Die Erweiterung, nun auch für PlayStation 5 und Xbox Series X und S erhältlich, spielt auf dem eisigen Jupitermond Europa und soll der Auftakt für eine Trilogie darstellen, der sowhl die Handlung, als auch die Gameplay-Mechaniken etwas umkrempelt. Wie gut gelingt das?

Die neue Kampagne zeigt sich jedenfalls bei der Handlung aufgeräumter als zuvor. Die Geschichte der Reisenden und der Dunkelheit zeigt sich nun gestrafft, die vergangenen teils eher schwächeren Seiten-Stränge der Story lässt man fallen und konzentriert sich auf die Haupt-Handlung. In "Jenseits des Lichts" nehmen Spieler in einer sehr unwirtlichen Umgebung den Kampf gegen den gefallenen Kell Eramis auf, der mit der Macht der Dunkelheit die Reisenden auf der Erde vernichten will.

Grafisch und spielerisch top

Die Erweiterung könnte rein spielerisch dabei als komplettes Game durchgehen: Es gibt traditionell stundenlange Missionen mit jeder Menge Geballer, höchst herausfordernde Bosse und einen bombastischen Showdown mit dem Endgegner. Davor und dazwischen wird man immer wieder von Videosequenzen überrascht, die qualitativ auch auf Kinoleinwänden laufen könnten und die Spannung über die gesamte Dauer der Erweiterung sehr hoch halten.

Obwohl die Eiswelt von Europa sehr unwirtlich ist, fantastisch sieht sie allemal aus. Knackscharfe Schnee- und Eisflächen werden von imposanten Gletschern und gefährlichen Schlcuhten durchbrochen. Eisstürme und Flocken sind ebenso gut gelungen wie Licht- und Schatteneffekte. Kurz: Grafisch ist "Jenseits des Lichts" große Klasse! Spannend wird es, wenn Anfang August das Next-Gen-Update für das Spiel kommt, doch schon jetzt läuft alles flüssig und ohne lange Ladezeiten.

Tolles Tutorial, weniger Welten

Wer erst jetzt in "Destiny 2" einsteigt, bekommt ein kleines Tutorial, um sich mit der Steuerung und den Mechaniken vertraut zu machen. Auch als Kenner spielt man diese Passagen gerne, denn sie wurden als eigene, kleine Mini-Kampagne im Spiel umgesetzt. Schmankerl dabei: Für die Spiel-Anleitung wurden Teile einer Region aus dem ersten "Destiny" verwendet. Davon hätte es ruhig in der Erweiterung auch mehr Schauplätze geben dürfen. Ebenso schade: Die Spielwelt ist gesamt recht klein.

Die Entwickler haben sehr viele bisher bekannte Areale und Missionstypen bis auf die Inhalte von "Forsaken", "Festung der Schatten" und "Jenseits des Lichts" eingemottet und "Destiny 2" damit übersichtlich verschlankt. Gerade mit der ständigen Eis-Umgebung der Erweiterung würde man sich aber etwas mehr Abwechlsung wünschen. Auch spielerisch bleibt dabei nicht allzu viel übrig, was bei den bisher erscheinenen Inhalten vollkommen überrascht. Der Rotstift bei der Strecihung war aber gnadenlos. 

Ausrüstungs-Ärger für Veteranen?

Auch bei den Items gibt es Neuerungen: Gegenstände werden zurückgesetzt und müssen erneut auf Maximallevel aufgerüstet werden. Wer bereits hochlevelige Gegenstände hatte, verliert diese meist nicht, einige alte Gegenstände werden aber gestrichen. Spieler werden aber sowieso auf die neuen DLC-Items mit erhöhtem Maximallevel von über 1.200 setzen. Loot gibt es nämlich wieder in so großer Zahl, dass das Angebot kaum überschaubar ist. 

Ein Kritikpunkt zeigt sich aber schnell: Das Aufleveln von Items geht nun ser, sehr schnell. Wer also zuvor über Stunden und Tage seine Ausrüstung optimiert hatte, wird sich vermutlich ärgern, einige Beute zu verlieren und andere, auch neue aus den jüngsten Erweiterungen, mit veralteten Werten vorzufinden. Und: Waffen wie das neue Impulsgewehr zeigen sich im Vergleich zu den übrigen Schießprügeln übermächtig, ganz so gelungen dürfte das Balancing vorerst noch nicht sein.

Fazit: Licht und Schatten

Die Hüter bekommen nun drei neue Fokusse, einen neuen Fokus und neue Untergruppen bei den Figuren-Klassen spendiert. Der Fokus Stasis schaltet sich nach Abschluss der Kampagne frei und lässt sich nun freier als zuvor personalisiseren. Auch bei der Wirkung ist er dramatisch effektvoller als viele der bisher bekannten: Feinde können eingefroren oder verlangsamt werden, auch in ganzen Gruppen. Doch das Balancing-Problem zeigt sich auch hier im Multiplayer-PvP: Einmal eingefroren (und dagegen kann man eigentlich gar nichts machen), überlebt man das Gefecht nur mit Glück.

"Jenseits des Lichts" bietet letztlich im Test sowohl Licht, als auch Schatten. Eher skeptisch stehen wir dem bisherigen Balancing gegenüber und hätten uns einige der gestrichenen Missionstypen und Areale zurückgewünscht. Hell strahlen aber die gestraffte und auf den Punkt getroffene Handlung, die Grafik und das Aussehen der neuen Eiswelt und die spielerisch weiter auf sehr hohem Niveau fordernden Gefechte. Und das neue Tutorial im Kampagnen-Stil holt auch Neulinge gut ab, die sich bisher noch nicht in "Destiny 2" gewagt haben.

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