"Lieber Rudi...bitte stopp die Tiertransporte!"

Tierschützer und Tierfreunde fordern Minister Rudi Anschober und die EU dazu auf, Tiertransporte während der Corona-Krise zu stoppen. WTV startet Petition.

Während die Menschen wegen Covid-19 weitgehend zu Hause bleiben müssen, rollen die Tiertransporter weiter – auch über geschlossene Landesgrenzen. Tierschutzorganisationen berichten von schleißigen Kontrollen, Tiertransportern, die stunden- bis tagelang bei Grenzen feststecken und schreienden, unversorgten Tieren. Tierschützer, Tier-Experten und Tierfreunde fordern einen sofortigen Stopp.

"Das Martyrium, dem die Tiere auf Transporten ausgesetzt sind, wird jetzt wegen Corona noch zusätzlich verschlimmert. Wir fordern das Ministerium auf, unverzüglich zu handeln, um das maßlose Leid der Tiere zu stoppen", so VGT-Kampagnenleiter Tobias Giesinger.

WTV startet Petition gegen Tiertransporte

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Mehrere Tierschutzorganisationen appellierten vergangene Woche an die EU und an die Österreichische Regierung Lebend-Tiertransporte ins Ausland während der Corona-Krise zu stoppen. Mit dabei auch der Verein gegen Tierfabriken (VGT), Vier Pfoten oder der Wiener Tierschutzverein.

Dem Aufschrei der Tierschützer folgte keine Reaktion. Weder aus Österreich noch aus der EU. Darum startete der WTV nun in Österreich eine Petition, die den sofortigen Stopp von Tiertransporten fordert. Auch Schlachttier-Versteigerungen sollen bis auf weiteres ausgesetzt werden. Wer unterschreiben will kann dies auf der Website des Wiener Tierschutzvereins machen.

"Es kann nicht sein, dass bei Menschen Vorsichtsmaßnahmen notfalls mit Befehls-und Zwangsgewalt durchgesetzt werden, dass aber rechtswidrige und im Hinblick auf Seuchen hochgefährliche Tiertransporte weiter in die Staus hineingeschickt werden", ist WTV-Präsidentin Madeleine Petrovic empört.

"Lieber Rudi..." Video-Appell an Minister Anschober

Initiator des Tierschutzvolksbegehrens, Sebastian Bohrn-Mena, wendet sich mit einer öffentlichen Videobotschaft von zu Hause aus direkt an Tierschutz- und Gesundheitsminister Rudi Anschober und appelliert: "Bitte stopp die Tiertransporte".

Bohrn-Mena weiß, wie er in dem Video sagt, dass Anschober viel zu tun hat, "aber das ist etwas, was ganz vielen Menschen in Österreich derzeit große Sorgen macht..", so Bohrn-Mena. Anschober solle sich auf nationaler wie europäischer Ebene für einen Stopp der Tiertransporte einsetzten. Er beendet seinen Appell mit einem freundlichen Gruß: "Lieber Rudi, vielen herzlichen Dank und viel Kraft noch".

EU-Tiertransport-Verordnung

Dr. Alexander Rabitsch ist Tierarzt und langjähriger Tiertransport-Kontrolleur. Er verweist auf die EU-Tiertransport-Verordnung deren Grundprinzip besagt, dass ein Transport nicht (!) durchgeführt werden darf, wenn den Tieren dabei Verletzungen oder unnötige Leiden zugefügt werden könnten.

Er sehe derzeit die Gefahr, dass "Tiere ungerechtfertigt und erheblich leiden" – sowohl an europäischen Binnengrenzen und bei Exporten in außereuropäische Drittstaaten.

"Ich bin der Ansicht, dass die zuständigen Behörden berechtigt und tatsächlich VERPFLICHTET sind, einen Transport zu verbieten, wenn eine berechtigte, schwerwiegende und realistische Möglichkeit besteht, dass den Tieren während des Transports unangemessenes Leid zugefügt werden könnte.", informiert Dr. Alexander Rabitsch auf der Website des WTV.

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