Nach einem Hinweis aufmerksamer Nachbarn legten Polizei, Wiener Marktamt und die Gruppe Sofortmaßnahmen der Stadt am Montag eine illegale Teigtascherl-Fabrik lahm. Die in einem Wohnhaus bei der Laxenburger Straße täglich aus- und eingehenden Asiaten, die kiloweise Mehl, Fleisch und Co in eine Wohnung brachten, hatte – wie sich zeigte zu Recht – den Argwohn der Zeugen erweckt – "Heute" berichtete.
Die dort unter katastrophalen Hygienebedingungen und von illegalen asiatischen Arbeitern hergestellten Speisen wurden offenbar in ganz Wien verteilt. Das legt der Fund von einer Unzahl an Servietten nahe, die das Logo eines bekannten Lieferdienstes zeigen. Wer also in den vergangenen Wochen online Teigtascherl bestellt hat, könnte durchaus mit den in der Favoritener Zwei-Zimmer-Wohnung produzierten "Köstlichkeiten" beliefert worden sein.
Wie berichtet, entdeckten die Kontrolleure neben 220 Kilo Mehl und bereits fertigen Produkten – insgesamt wurden 300 Kilo Teigtascherl konfisziert – auch mehrere Sackerl mit übel riechendem, undefinierbarem Fleisch, das ungekühlt in der Wohnung herumlag. Auch die verwendeten Shrimps waren alles andere als hochwertig.
Neben der Untersuchung der konfiszierten Ware durch die Lebensmittel-Spezialisten des Wiener Marktamts laufen nun auch die Ermittlungen durch die Finanzpolizei. Schließlich waren mehrere Menschen illegal beschäftigt, zahlten weder Abgaben noch Steuern. Auch der Vermieter der Wohnung kann sich auf Besuch der Behörden einstellen.