Laut Studie: Kleinere Menschen sind eher Psychopathen

Kleine Menschen, die andere beneiden, die größer sind als sie, zeigen eher "unangepasstes" Verhalten, um ihren Größennachteil auszugleichen.
Kleine Menschen, die andere beneiden, die größer sind als sie, zeigen eher "unangepasstes" Verhalten, um ihren Größennachteil auszugleichen.Getty Images/iStockphoto
Kleinere Menschen, die mit ihrer Körpergröße unzufrieden sind, weisen mit größerer Wahrscheinlichkeit psychopathische und narzisstische Züge auf.

Menschen, die klein und mit ihrer Größe unzufrieden sind , sind laut neuer Forschung eher Psychopathen. US-Wissenschaftler haben das "Small Man Syndrom", das auch als Napoleon-Komplex bekannt ist, untersucht und festgestellt, dass kleinere Menschen eher Persönlichkeitsmerkmale der "Dunklen Triade" aufweisen. Die "Dunkle Triade" bezieht sich auf ein Trio negativer Persönlichkeitsmerkmale, darunter Psychopathie, Narzissmus und Machiavellismus, die mit Verhaltensweisen wie mangelnder Reue, einem überhöhten Selbstwertgefühl und einer Tendenz zur Manipulation verbunden sind. 

Menschen mit psychopathischen Zügen zeichnen sich durch mangelndes Einfühlungsvermögen, Impulsivität und die Missachtung sozialer Normen und Regeln aus, während Narzissten ein übersteigertes Gefühl der Selbstherrlichkeit, des Anspruchs und ein Bedürfnis nach Bewunderung haben. Machiavellismus hingegen bezieht sich auf jemanden, der manipulativ und zynisch ist und dem es an Moral mangelt.

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Verhalten soll Größennachteil ausgleichen

Die Studie, die in der Zeitschrift "Personality and Individual Differences" veröffentlicht wurde, ergab auch, dass kleine Menschen, die diejenigen beneiden, die größer sind als sie, eher "unangepasstes" Verhalten zeigen, um ihren Größennachteil auszugleichen.

Die Studie wurde mit 367 Personen durchgeführt, die die Crowdsourcing-Website "Mechanical Turk" von Amazon nutzten, und man hofft, dass die Ergebnisse zu weiteren Forschungen führen werden. Die Teilnehmer wurden dann gebeten, den "Dirty Dozen Dark Triad"-Fragebogen auszufüllen – einen standardisierten Test, der die drei "Dark Triad Traits" misst. Sie mussten einstufen, wie stark sie verschiedenen Aussagen zustimmten, z.B. "Ich neige dazu, andere zu manipulieren, um meinen Willen durchzusetzen" oder "Ich neige dazu, gefühllos oder unsensibel zu sein". Es gab auch ähnliche Aussagen über ihre Körpergröße, die sie bewerten mussten, darunter "Ich wünschte, ich wäre größer" und "Ich bin mit meiner Größe zufrieden", und sie wurden auch nach ihrer tatsächlichen Größe gefragt.

Klein und unzufrieden

Überraschenderweise stellte die Studie fest, dass beide Geschlechter mehr Anzeichen von Merkmalen der "Dunklen Triade" zeigten, wenn sie kleiner waren. Außerdem wurde festgestellt, dass dies stärker der Fall war, wenn sie mit ihrer Körpergröße unzufrieden waren.

Der Leiter der Studie, Peter K. Jonason, erklärte dies gegenüber PsyPost: "Kleinere Menschen, insbesondere diejenigen, die sich wünschen, größer zu sein, zeichnen sich eher durch Eigenschaften aus, die sie zu Angebern, Streithähnen und Machtinteressierten machen." Kleinere Männer hätten demnach eher narzisstische Züge, weil sie darum kämpfen, sich Respekt zu verschaffen. "Kleinere Männer können Respekt einfordern, anderen Kosten auferlegen, Ressourcen erwerben und romantische Partner durch ihre Eigenschaften beeindrucken."
"Kleinere Frauen können sich der Täuschung bedienen, um begehrenswerter zu erscheinen oder um Schutz und Ressourcen zu erhalten. Außerdem kann ein stärkeres Erscheinungsbild die Wahrnehmung der eigenen Körpergröße durch andere beeinflussen."

Jonason kam zu dem Schluss, dass die Merkmale der dunklen Triade möglicherweise Teil einer "Reihe psychologischer Systeme" sind, die kleineren Menschen helfen, "bei den großen Herausforderungen des Lebens trotzdem zu bestehen".

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