Ramsay-Hunt-Syndrom – ist Biebers Erkrankung heilbar?

Justin Biebers halbes Gesicht ist aufgrund des Ramsay-Hunt-Syndroms gelähmt.
Justin Biebers halbes Gesicht ist aufgrund des Ramsay-Hunt-Syndroms gelähmt.Instagram
Popstar Justin Bieber kann die rechte Seite seines Gesichts nicht mehr bewegen. Schuld daran ist ein Virus, der bleibende Schäden hinterlassen kann.

Eigentlich sollte Justin Bieber gerade mit seiner "Justice World Tour" in Nordamerika auf der Bühne stehen, doch der 28-Jährige kann derzeit nicht singen – und noch schlimmer. Der kanadische Popstar kann seine rechte Gesichtshälfte nicht mehr bewegen.

In einem Instagram-Video erklärte er seinen Fans seine missliche Lage: Er leide am sogenannten Ramsay-Hunt-Syndrom, einer Virusinfektion, die von Herpesviren ausgelöst wird. Diese tragen nach einer Ansteckung mit Feuchtblattern ungefähr 90 Prozent aller Menschen in sich und können im Laufe des Lebens durch ein geschwächtes Immunsystem, Stress oder hohes Alter wieder reaktiviert werden.

Die Folge sind manchmal einfacher Lippenherpes, eine klassische Gürtelrose oder im schlimmsten Fall das Ramsay-Hunt-Syndrom.

Bieber hat eine Gürtelrose im Ohr

Nachdem einer Ansteckung mit Varicellen kommt es zu Feuchtblattern, sind diese abgeklungen, "verstecken sich die Viren vor unserem Immunsystem in verschiedenen Nervenknoten", erklärte Monika Redlberger-Fritz, Virologin an der Med-Uni Wien, gegenüber dem "Standard". Passiere das entlang der Wirbelsäule und komme es dann zu einer Reaktivierung der Viren, entstehe die klassische Gürtelrose, ein gürtelartiger, oft schmerzender Ausschlag mit Rötungen und Bläschen entlang des Brustkorbs.

Verstecken sich die Herpesviren jedoch in den Nervenknoten, die für den Hörnerv verantwortlich sind, könne es zu einer Gürtelrose im Ohr kommen. "Das wird Ramsay-Hunt-Syndrom genannt", so Relberger-Fritz. Die Symptome der Erkrankung würden von Schwindel, Hörverlust bis hin zu Gesichtslähmungen reichen.

Therapie gegen die Lähmung

Bieber selbst versucht mit verschiedenen Übungen gegen die Lähmung anzukämpfen. Welche Therapiemaßnahme am Ende ergriffen wird, hängt allerdings vom Erkrankungsgrad ab. So kommen in der frühen Phase antivirale Mittel oder entzündungshemmende Medikamente zum Einsatz. Danach gibt es verschiedene Rehabilitationsmaßnahmen, bei denen die Nerven wieder trainiert und stimuliert werden. Allerdings tritt nicht immer eine vollständige Heilung ein. Je nachdem, wie sehr die Nerven beschädigt worden sind, können einige Symptome dauerhaft oder in abgeschwächter Form zurückbleiben.

Schutz durch Impfung

Schutz vor einer Gürtelrose und damit dem Ramsay-Hunt-Syndrom bietet heutzutage eine Impfung. So sind Kinder nach zwei Impfungen im Abstand von vier bis sechs Wochen anschließend ein Leben lang gegen das Herpesvirus geschützt.

Älteren Personen, die noch nicht gegen Feuchtblattern geimpft wurden, wird ab 65 Jahren die Herpes-Zoster-Impfung empfohlen. Ein Impfstoff, der das Neuaufflammen des Herpesvirus im Körper und somit eine Gürtelrose abwehrt.

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