Fussball

Liga-Aufstockung? "Gedanken in alle Richtungen legitim"

Verträgt die Bundesliga 16 Vereine, wie von ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick gewünscht? Liga-Boss Christian Ebenbauer ist sekeptisch.
Erich Elsigan
13.06.2023, 14:14
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ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick preschte zu Beginn der Woche mit einer Idee vor. Der 64-jährige Deutsche wünscht sich eine Aufstockung der rot-weiß-roten Bundesliga von zwölf auf 16 Mannschaften. Einerseits täten Traditionsklub wie der GAK dem Bewerb gut, andererseits könnten mehr junge Spieler eingesetzt und ausgebildet werden.

Am Dienstag nahm Liga-Boss Christian Ebenbauer zu den Vorschlägen Rangnicks Stellung. "Gedanken sind in alle Richtungen legitim, mann kann immer über eine Aufstockung reden", meinte der studierte Jurist. Nachsatz: "Doch wie schaut es dann mit der zweiten Liga aus, wie mit Auf- und Abstieg?" Ein Problem ortet der 49-Jährige bei der Infrastruktur. Klubs wie die Vienna oder der Sport-Club haben aktuell kein Stadion, das fit für die Bundesliga ist. 

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Fakt ist: "Nächstes Jahr wird das Ligen-System wieder evaluiert", sagt Ebenbauer. "Wir haben damals aber einen sehr ausführlichen Prozess gemacht, wie wir auf zwölf Vereine kommen. Es war immer der Maßstab: Wie viel Profi-Fußball verträgt Österreich? Meinungen sind legitim."

Die Saison 2023/24 wird jedenfalls eine besondere sein – es ist die 50. und wird mit einem eigenen Jubiläumslogo ausgestattet. "Es wird bei allen Aktivitäten und auch auf den Trikots der Spieler zum Einsatz kommen. Alle Vereine, die je in der Bundesliga gespielt haben, dürfen es tragen." Sprich: Auch Klubs wie Vorwärts Steyr, Krems oder Schwarz-Weiß Bregenz können das Badge auf ihr Dress kleben.

Die Zahlen der abgelaufenen Spielzeit sind aus Liga-Sicht zufriedenstellend. "Vom Spannungscharakter hätte es nicht viel besser sein können. Wir hatten den dritthöchsten Zuschauerschnitt überhaupt." Auch der Werbewert passt. Im Vergleich zum Vorjahr stiegt er um zwölf Prozent. Als Top-Spiel wurde das Wiener Derby vom 9. Oktober 2022 ausgemacht. 3,1 Millionen Euro Bruttowerbewert wurden gemessen. 103 verschiedene Logos waren insgesamt zu sehen.

„"VAR? Die Zahlen sind positiv"“

Ein viel diskutiertes Thema ist nach wie vor der VAR, der heuer für viel Aufregung sorgte. Aber: "Die Zahlen, die wir vom ÖFB bekommen haben, sind positiv – um es so zu formulieren. Es gab weniger Fehl-Interventionen als letztes Jahr, der Rest wird noch ausgewertet", sagt Ebenbauer.

Für den Liga-Boss ist wichtig, dass die Entscheidungen am Platz und im VAR-Raum schneller getroffen werden. "Wir müssen von den ein, zwei, drei Minuten wegkommen. Geschwindigkeit ist aus meiner Sicht das Wichtigste, 30 Sekunden müssen eingehalten werden. Es ist immer die Frage, wie oft schaut man sich eine Szene an. Die Verunsicherung bei den Schiedsrichtern ist momentan enorm groß."

Ein weiteres Streitthema: die Punkteteilung, vor allem im unteren Play-off. "Änderbar ist das System stetig", sagt Ebenbauer auf "Heute"-Nachfrage. "Man benötigt nur einen Klubkonferenzbeschluss mit Zwei-Drittel-Mehrheit. Die Frage ist die Sinnhaftigkeit während der laufenden Verträge. Dass aus Trainersicht die Punkteteilung schwierig ist, ist verständlich. Es gibt aber genug Faktoren, die zeigen, dass die Entscheidung für dieses System richtig war. Die Zuschauerzahlen sind im Vergleich zum Grunddurchgang massiv gestiegen, es wurden um vier Prozent mehr junge Spieler eingesetzt. Es kennt jeder die Anforderungen, kann sich darauf einstellen."

Ebenbauer "warnt" vor Champions League

Einstellen konnten sich die Vereine heuer auch auf eine fast drei Monate lange Winterpause – der WM sei "Dank". Klimatisch hätte Österreich durchspielen können. Wie schaut die Planung in Zukunft aus? "Unser Ziel ist es, dass wir nicht zu spät aufhören. Die englische Woche knapp vor Weihnachten müssen wir nicht machen. Wir werden bis Mitte Dezember spielen und dann Anfang Februar wieder starten. In den kommenden Jahren wird man sich aber Gedanken machen müssen. Man darf nicht vergessen: Die Champions League wird 2024 aufgestockt, das hat noch kaum jemand am Radar. Es werden mehr Spieltage verwendet, es wird in der Champions League einen Jänner-Spieltag geben. Man wird sich richten müssen."

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