Linkshänder haben das mit der Sprache besser drauf

Forscher haben nun nachgewiesen, dass sich Linkshänder von Rechtshändern genetisch unterscheiden.
Forscher haben nun nachgewiesen, dass sich Linkshänder von Rechtshändern genetisch unterscheiden.Bild: iStock
Menschen, die alles mit links machen, gelten als talentiert oder temperamentvoll. Nun zeigen Forscher: Sie können auch noch etwas anderes richtig gut.
Premiere in Großbritannien: Erstmals haben Forscher nachgewiesen, dass sich Linkshänder genetisch von Rechtshändern unterscheiden. Offenbar gibt es im menschlichen Erbgut vier Orte, die mit Linkshändigkeit in Verbindung stehen.

Diese genetischen Varianten führten zu Unterschieden in der Gehirnstruktur, wie das Team der University of Oxford im Fachjournal "Brain" erörtert.

Gene, Proteine und Kommunikation

Für die Studie hatte das Team um Akira Wiberg Daten aus einer sogenannten Biobank ausgewertet, in der Stoffe wie Körperflüssigkeiten oder Gewebeproben dokumentiert sind. Diese stammten von rund 400.000 Menschen aus Großbritannien, von denen rund 38.000 Linkshänder waren. Von 10.000 Teilnehmern lagen zudem Hirnscans vor.

Die Analyse lieferte Hinweise darauf, dass die betreffenden Linkshänder-Gene Auswirkungen auf bestimmte Proteine haben, die in der sogenannten Weißen Substanz im Gehirn eine Rolle spielen. Diese ist vor allem für den Informationsaustausch zwischen den Hirnregionen wichtig.

CommentCreated with Sketch.0 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Höheres Schizophrenie-Risiko?

So zeigte sich, "dass bei den Linkshändern die Sprachareale der beiden Gehirnhälften besser miteinander kommunizieren", so Studienleiter Wiberg in einer Mitteilung der Hochschule. Darauf schließen er und sein Team, dass Linkshänder bessere verbale Fähigkeiten haben könnten als Rechtshänder.

Weiter stießen die Forscher auf Zusammenhänge zwischen den vier Genorten in der DNA und zwei Erkrankungen. So scheinen die Linkshänder-Gene mit einem etwas niedrigeren Erkrankungsrisiko für Parkinson einherzugehen. Umgekehrt könnten sie wiederum Schizophrenie leicht begünstigen. Ob das aber stimmt, müssen laut Wiberg jedoch erst weitere Studien zeigen.

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