Luger: "Das Virus breitet sich im Wohnzimmer aus"

Der Linzer Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) lehnt die Gastro-Registrierungspflicht ab.
Der Linzer Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) lehnt die Gastro-Registrierungspflicht ab.Picturedesk/APA
Der Linzer Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) lehnt die vom Land OÖ geplante Gastro-Registrierung ab. 

Laut Luger liegt das Durchschnittsalter der Infizierten in Linz derzeit bei 30 Jahren. Zwischen einem Drittel und 40 Prozent der Menschen, die positiv sind, weisen laut Luger "keinerlei Symptome" auf. "Wir dürfen eines nicht außer acht lassen. Es gibt tatsächlich eine Gruppe, die wir besonders schützen müssen, das sind die älteren Menschen", so Luger.

Menschen unter dem 60. Lebensjahr hätten laut Luger Symptome "wie bei der Grippe". Ab 65 Jahren hingegen sei der Krankheitsverlauf "oft dramatisch". 

"Virus breitet sich im Wohnzimmer aus"

Inzwischen gäbe es neue wissenschaftliche Erkenntnisse. Nur drei bis vier Prozent der Übertragungen passieren über Oberflächen, zudem seien es kaum Kinder, die das Virus übertragen. 

Von allen derzeit Infizierten hätte sich niemand in Öffis oder am Arbeitsplatz angesteckt.

"Das Virus kommt nicht mit dem Auto, das Virus breitet sich im Wohnzimmer aus", so Luger. "Ich ersuche alle Linzerinnen und Linzer, im privaten Rahmen sehr diszipliniert zu sein", so der Bürgermeister weiter. "Wir werden disziplinierter sein müssen". 

Linzer Spitze gegen Gastro-Registrierung

Man dürfe durch Maßnahmen, die nichts bringen, die Menschen nicht verunsichern. Luger: "Wir halten die Registrierung in der Gastronomie nicht für produktiv". Die Ansteckungen würden im privaten Raum passieren, nicht in der Gastronomie.

Auch Gesundheitsstadtrat Michael Raml (FPÖ) ist gegen die Registrierung. Es dürften nicht so viele Freiheiten eingeschränkt werden. Nicht jeder müsse wissen, wer wann mit wem in einem Lokal war. Zudem gäbe es keinen einzigen Fall in Linz, der auf die Gastronomie zurückzuführen sei.

Linz müsse sich zwar an die Umsetzung der Maßnahmen halten. Man werde auch kontrollieren, so Raml. "Aber mit Augenmaß", so der Stadtrat.

Neue Regeln bei Altenheim-Besuchen

Eine Maßnahme, die laut Luger sinnvoll ist, sind stärkere Kontrollen in Altenheimen und Zugangsbeschränkungen. Pro Bewohner eines Altenheimes dürfen pro Tag nur zwei verschiedene Besucher kommen, beim Eingang soll es Fiebermessungen geben. 

"Es ist derzeit nicht die Zeit für die Bussi-Bussi-Gesellschaft, es soll aber auch keine Zeit der Isolation sein", so Luger abschließend.

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