Politikberater Thomas Hofer

Linz-Wahl: "Es steht wahnsinnig viel auf dem Spiel"

Hochspannung in Linz! Am 12. Jänner steigt die Bürgermeister-Wahl. Politikberater Thomas Hofer analysiert gegenüber "Heute" die Chancen der Parteien.
Peter Reidinger
13.12.2024, 03:00
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Seit 1945 hat immer die SPÖ den Stadt-Chef gestellt. Wankt die rote Hochburg nun? Die Voraussetzungen für die Sozialdemokraten sind schwierig. Im Sommer musste der langjährige Stadtchef Klaus Luger seinen Hut nehmen, weil er in den Skandal um den ehemaligen Brucknerhaus-Chef verwickelt war.

Thomas Hofer ist einer der renommiertesten Politikberater des Landes. Im Gespräch mit "Heute" spricht er über...

...die SPÖ: "In den Ländern ist vieles im Umbruch, es ist eine schwierige Phase für die SPÖ." Schuld sei neben Lugers Rücktritt auch der Rückzug von Michael Lindner an der Spitze der Landes-SPÖ. "Es steht wahnsinnig viel am Spiel. Linz zu verlieren wäre ein Tiefschlag." Und: "Im Sommer hätte noch keiner damit gerechnet, dass es so eine Wendung gibt." Linz sei für die gesamte SPÖ ein "wichtiger Puzzlestein."

...die ÖVP: Dass Hajart einen Wahlkampf mit eigener Parteifarbe (lila) und fast ohne ÖVP-Referenzen führt, sei "logisch." Denn: "Derzeit hüpft man mit der Marke ÖVP nicht weit." Ein Image als Aufklärer zu etablieren sei schwierig, da die ÖVP im Bund in der Vergangenheit in zahlreiche Affären verwickelt war, so Hofer. "Es besteht die Gefahr, dass man auf eine Wählerschaft trifft, die sagt: 'Die sind ja alle irgendwie korrupt'." Diese würden dann womöglich eher FPÖ wählen.

...die FPÖ: Die Freiheitlichen habe es geschafft, "sich gegen zahlreiche Vorbehalte immun zu machen". Die FPÖ habe eigene Medienkanäle, erreichen dort ihre Wähler, die "gegen die da oben" seien. Die Blauen könnten durchaus auch Wähler erreichen, die früher SPÖ-Bürgermeister Klaus Luger gewählt haben. Insgesamt würde die Erzählung, wonach die FPÖ die einzigen "gegen das böse System" sei, auch auf Stadtebene funktionieren. "Es geht auch hier viel um die Bundesregierung und den Bundespräsidenten", so Hofer.

...die Grünen: Mit Slogans wie "Bäume statt Beton" wollen die Grünen "retten, was zu retten ist". So könne man jetzt zumindest die Kernwähler mobilisieren. "Einen Lauf haben die Grünen nicht, sie müssen ihr Kernthema massiv pushen." Ähnlich wie die ÖVP würden die regionalen Vertreter der Partei unter der Regierungsbeteiligung leiden. "Da haben die Grünen viel schlucken müssen", so Hofer im Hinblick auf zahlreiche Kompromisse mit der ÖVP.

...Linz+, Neos, KPÖ: Auch wenn es wenig Chancen gibt, sei es "wichtig, dabei zu sein". Denn: "Es ist generell schwierig, Wahlen einfach auszulassen." Keine Partei könne sich den Vorwurf gefallen lassen, schon vorher einfach aufzugeben.

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