Trainer Didi Kühbauer hat den LASK zum Double geführt! Nach dem Cupfinalsieg gegen Altach krönten die Linzer am Sonntag in der letzten Runde der Meisterschaft mit einem 3:0 bei der Austria ihre Saison mit dem Bundesliga-Titel.
Der LASK schlug die "Veilchen" in der ausverkauften Generali Arena in Wien dank Toren von Xavier Mbuyamba (38.), Samuel Adeniran (49.) und Melayro Bogarde (76.) und beendete die Meistergruppe mit zwei Punkten Vorsprung vor Titelverteidiger Sturm Graz. Die "Blackys" setzten sich daheim gegen Rapid 2:0 durch, hätten neben dem Sieg einen Ausrutscher des LASK gebraucht.
Die Meister-Stimmen
Trainer Didi Kühbauer: "Ich freue mich riesig. Es fällt so viel Druck jetzt runter. Als ich hergekommen bin, wollten wir überleben. Wenn du dann den Cupsieg machst und so knapp an der Meisterschaft bist, bist du immer unter Strom. Als Trainer musst du versuchen, dass du cool bleibst. Aber Trainer sind nur Menschen. Darum bin ich jetzt froh, dass passiert ist, was sich keiner gedacht hat – auch ich nicht. Das ist viel mehr, als ich jemals erwartet habe. Ich würde sie am liebsten alle adoptieren."
Kühauer scherzt auf Burgenländisch: "Normal hobi immer die Suppenschissl aufegsteßn, jetzt hab ich wenigstens den Meisterteller."
Der Trainer wehrt sich gegen die obligatorische Glatze nach dem Triumph: "Haare dürfen sie mir nicht schneiden, sogt mei Frau, weil ich schaue schon mit Haaren nicht gut aus."
Kapitän Sascha Horvath: "Es ist so krank, oida. Es ist ein ganz klares Wunder. Ich weiß nicht. Der Trainer kommt zu uns. Wir waren am Boden. Es ist einfach der Kühbauer. In meiner Sportlerkarriere ist das mein größter Tag."
Goalie Lukas Jungwirth: "Es ist unglaublich. Dass wir uns einen Titel holen, hätte schon keiner geglaubt. Dass wir das dann wirklich mit dem Titel hinkriegen, ist wirklich unglaublich. Wir haben mit dem Cuptitel Geschichte geschrieben. Wir haben heute noch einen draufgelegt. Das wird noch Wochen nicht zum Realisieren sein."
Jungwirth weiter: "Wir waren schon immer eine gute Mannschaft. Am Anfang hat man es nicht so gesehen. Aber, wenn die Saison jetzt noch weitergehen würde, würden wir noch besser werden. Das beschreibt diese Mannschaft."
CEO Siegmund Gruber: "Sehr cool und souverän, wie die Mannschaft aufgetreten ist. Meisterwürdig. Sehr verdient. Ein Denkmal für Coach Kühbauer? Toni Polster hat einmal gesagt, die sind dafür da, um angeschissen zu werden. Dass sich die Fans und Sponsoren freuen können, ist Anerkennung genug."
Star-Stürmer Sasa Kalajdzic: "In der österreichischen Bundesliga gibt es nicht viele bessere Trainer als den Didi. Ich habe es schon oft betont. Ich bin sehr dankbar. Ich habe Spielzeit gebraucht. Es war eine Win-Win-Situation. Die Art und Weise, wie wir Fußball spielen – ich bin sehr stolz auf die Mannschaft."
Sportdirektor Dino Buric: "Hut ab, was das Team und das ganze Trainerteam geleistet hat."
Die "Athletiker" sind zum ersten Mal seit 1965 österreichischer Meister. Für Erfolgscoach Kühbauer ist es nach den Cupsiegen mit dem LASK und Wolfsberg im Vorjahr der erste Bundesligatitel als Trainer. Der 55-Jährige hat einen riesigen Anteil daran. Er hatte den Klub im Oktober als Vorletzten übernommen – selbst die Teilnahme am oberen Playoff trauten dem desolat auftretenden Team zu diesem Zeitpunkt nur mehr wenige zu.
Kühbauer päppelte Star-Leihgabe Sasa Kalajdzic nach drei Kreuzbandrissen behutsam auf und formte aus dem Kern rund um Kapitän Sascha Horvath, Topscorer Moses Usor und Abwehrchef Andres Andrade eine Einheit. Kalajdzic lief im Frühjahr zur Höchstform auf, glänzte am Sonntag auch im Ligafinale.
Der Wolverhampton-Profi bereitete Mbuyamba nach einem langen Einwurf die 1:0-Führung in der ersten Hälfte im Strafraum vor. Beim vorentscheidenden 2:0 gleich nach dem Seitenwechsel wurde Kalajdzic von Austria-Keeper Samuel Sahin-Radlinger gelegt – den Elfmeter verwandelte Adeniran. Beim 3:0 fand der großgewachsene Mittelstürmer wiederum Bogarde im Rückraum.