Erst ein Urschrei, dann die Tränen der Freude! Manuel Feller erfüllte sich am Sonntag in Kitzbühel einen Lebenstraum. Der Tiroler raste im Ganslernhang nicht nur zum ersten Mal in seiner Karriere auf das Podium – Feller triumphierte und ist erstmals Hahnenkammsieger.
Nach einer durchwachsenen Saison mit vielen schwierigen Phasen für Feller persönlich und das gesamte ÖSV-Slalomteam erlöste Feller die Ski-Nation mit der Goldenen Gams. Der Schlüssel zum Erfolg? Eine entfesselte Fahrt im zweiten Durchgang, mit der der 33-Jährige von Rang vier auf den ersten Platz fuhr.
Feller wurde nach seinem Triumph emotional: "Schöner kann es nicht sein. Wenn es gleich funktioniert hätte, hätte es nicht so eine Bedeutung. Ich habe eine Zeit gebraucht, um mich mit dem Berg anzufreunden. Es war allgemein eine sehr schwierige Phase, die schwierigste Phase meines Lebens. Es ist sehr viel passiert. Ich möchte meiner Frau einen großen Dank aussprechen. Ich möchte nicht darüber reden. Aber es zeigt: Man darf nie aufgeben."
Feller ordnete den Erfolg ein: "Momentan schwierig, das in Worte zu fassen. Ich habe davon geträumt, war oft in der Position. Aber vielleicht zu nervös gewesen. Heute habe ich nichts Besonderes gemacht, nicht sinnlos riskiert. Das ist vor allem auf dem Hang immer eine sehr gute Taktik. Es ist der schwierigste Hang im Weltcup und für mich mehr wert – aber das heißt nicht, dass ich es nicht bei Olympia auch probieren werde."
Feller siegte 0,35 Sekunden vor dem Schweizer Loic Meillard, der nach dem ersten Durchgang mit einer halben Sekunde Vorsprung auf den Sieger in die Entscheidung gegangen war. Dritter: der Deutsche Linus Straßer (+0,53). Der Brasilianer Lucas Pinheiro Braathen verpasste das Stockerl als Vierter um lediglich vier Hundertstelsekunden.
Fabio Gstrein wurde als zweitbester Österreicher Elfter (+1.30). Die weiteren ÖSV-Herren: 15. Johannes Strolz (+1,64), 19. Joshua Sturm (+2.06). Out im zweiten Durchgang: Marco Schwarz, Dominik Raschner. Michael Matt verpasste die Entscheidung als 31., Adrian Pertl und Simon Rueland schieden bereits im ersten Durchgang aus.
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