2:1! Rapid-Rumpfteam mit großem Schritt Richtung Europa

Rapid legt in Innsbruck einen fulminanten Start hin.
Rapid legt in Innsbruck einen fulminanten Start hin.Gepa
Rapid gewinnt das Play-off-Hinspiel der Bundesliga in Innsbruck mit 2:1, verliert vor dem Showdown um das Europacup-Ticket den Kapitän.

2:1! Rapid sichert sich stark ersatzgeschwächt eine starke Ausgangsposition für das Entscheidungsspiel um Europa. Die Hütteldorfer setzen sich am Donnerstagnachmittag im Innsbrucker Tivoli gegen WSG Tirol durch. Die beiden Auswärtstore bedeuten, dass die Truppe von Thomas Silberberger am kommenden Sonntag im Allianz Stadion mindestens zwei Treffer benötigt, um das Play-off-Finale noch zu gewinnen.

Zu den Langzeitverletzten muss Rapid vor dem Spiel Thorsten Schick und Yusuf Demir vorgeben – beide sind angeschlagen, der Einsatz am Sonntag ist offen. Brisant: Das Duo Filip Stojkovic und Srdjan Grahovac steht im Sommer vor dem Absprung. Beide meldeten sich vor dem Play-off als „nicht matchfit“ bei Trainer Ferdinand Feldhofer ab. Das gilt auch für das Rückspiel.

Turbulente Anfangsphase

Für das Hütteldorfer Rumpfteam beginnt die Partie dennoch nach Wunsch. Auch, weil Wattens zunächst vogelwild verteidigt, den Gästen mit leichten Ballverlusten in der Anfangsphase Chancen am Serviertablett präsentiert.

Marco Grüll (10.) und Jonas Auer (14.) nützen das zur schnellen 2:0-Führung. Bernhard Zimmermann lässt eine Top-Chance auf die Vorentscheidung liegen. Rapid hat alles unter Kontrolle.

Wie so oft in dieser Saison bringt Top-Torjäger Giacomo Vrioni sein Team wie aus dem Nichts zurück. Die Juve-Leihgabe verwandelt den ersten Torschuss seines Teams zum Anschlusstreffer (27.). Es ist sein 19. Saisontor, mit dem er mit Liga-Toptorschütze Karim Adeyemi von Salzburg gleichzieht.

Rapids Startelf-Debütant Pascal Fallmann lässt sich beim grün-weißen Gegentor von Vrioni zu leicht austanzen.

Bitter für Rapid: Kapitän Maxi Hofmann müsste Ende der ersten Halbzeit wohl mit Gelb-Rot vom Platz fliegen. Schiedsrichter Sebastian Gishamer drückt ein Auge zu. Unmittelbar danach kracht der Abwehrchef aber mit seinem eigenen Goalie Paul Gartler zusammen, muss mit der Trage raus. Die Diagnose Jochbeinbruch bedeutet, dass er seinem Team auch im Rückspiel fehlen. Die Personalsituation wird noch angespannter.

Müde zweite Hälfte

Die zweite Hälfte bietet deutlich weniger Highlights. Viel Kampf und Krampf auf beiden Seiten, kaum Torchancen – somit bleibt es beim knappen 2:1 für Rapid, das aufgrund der Auswärtstorregel aber viel Wert ist. Kofi Schulz erweist seinem Team in der Schlussphase noch einen Bärendienst: Der Wattener Abwehrroutinier sieht die zweite Gelbe Karte, muss in der 89. Minute vom Platz und fehlt somit am Sonntag in Wien.

Sonntag, 17 Uhr: Das Rückspiel zwischen Rapid Wien gegen WSG Tirol im Wiener Allianz Stadion.

Die Stimmen

Trainer Ferdinand Feldhofer: "Man sieht, wir haben die Situation angenommen. Wir sind furios gestartet. Wir hätten ein drittes Tor erzielen müssen. Wir hätten einen Elfmeter bekommen müssen. Wir haben einen Verletzten mehr – das passt zu unserem Frühjahr. Wir waren in Wolfsberg 75 Minuten gut. Heute waren es 30 bis 35 Minuten. Wir haben dem Tempo dann etwas Tribut gezollt. Jetzt geht es ums Regenerieren."

Feldhofer über die Phasen, in denen Rapid die Gegner wieder ins Spiel zurück lässt: "Es ist leicht erklärbar. Wir haben zu viele Ausfälle. Da ist es schwierig, zu Automatismen zu kommen, damit die Abläufe stimmen. Wir sind aber als Einheit aufgetreten."

Feldhofer über den verletzten Maxi Hofmann: "Ich habe noch nicht mit ihm gesprochen, aber es schaut nicht so gut aus."

Rapids Marco Grüll bei "Sky": "Wir haben uns vor dem Spiel gesagt, wir haben uns selber in die Bredouille gebracht. Das erste Spiel ist uns halbwegs geglückt. Es gibt natürlich so Tage, wo es gleich Chancen braucht. Heute haben wir zum Glück schnell einen reingemacht. Trotzdem haben wir dann wieder ein paar Chancen liegen gelassen."

Grüll über eine strittige Szene, in der er in Hälfte eins von Goalie Ferdinand Oswald von den Beinen geholt wird: "Es schauen sich glaube ich sieben Schiedsrichter diese Szene an. Ich mache eine Finte, er läuft nur in mich hinein. Wenn man ihnen was sagt, schalten sie auf stur. Es ist ein ganz klarer Elfer."

Anmerkung: Schiedsrichter Gishamer entscheidet auf kein Foul. Der Video-Assistent bestätigt diese Entscheidung, gibt einen Abstoß. Beide Entscheidungen sind falsch. Es war ein klares Foul, allerdings startete Grüll aus dem Abseits – das haben sowohl die Linienrichter als auch der VAR übersehen. Damit hätte sich das Schiedsrichterteam die Diskussion um die folgende Fehlentscheidung, den nicht gegebenen Elfer, ersparen können.

Wattens-Torschütze Giacomo Vrioni: "Natürlich will ich alleiniger Torschützenkönig werden. Mein wichtigstes Ziel ist es aber, es mit der Mannschaft nach Europa zu schaffen."

Rapids Jonas Auer: "Wir leben besser mit dem Ergebnis. Wir haben auswärts 2:1 gewonnen, werden daheim noch einmal alles geben. Wir wollten eigentlich in der zweiten Hälfte genauso loslegen wie in der ersten, leider nicht so gelungen. Ich freue mich riesig über mein erstes Bundesligator. Aber wir wissen, dass es noch nicht vorbei ist."

WSG-Trainer Thomas Silberberger: "Natürlich ist es ein schweres Unterfangen, in Hütteldorf mit zwei Toren Unterschied zu gewinnen. Rapid hat uns den Stecker gezogen. Sie waren frischer. Haben verdient gewonnen. Mich ärgern trotzdem die leichten Fehler vor den Gegentoren. Uns haben dann einfach nach dem Anschlusstor die Kräfte gefehlt, um den Ausgleich zu erzielen."

Silberberger über das Rückspiel: "Die schwere Ausgangslage ist uns bewusst. Es ist völlig egal, ob wir ein Tor kriegen. Wir müssen zwei schießen. Es reicht auch, wenn in der 70. das erste fällt, dann brennt es gehörig. Wir können das Unmögliche möglich machen. Man sieht es in den Relegationsspielen allgemein: Es gibt fast nur Auswärtssiege."

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