Ein Mix aus "Millionenschow" und "Quizduell" wird zurzeit gehypt. "HQ Trivia" soll unglaublich süchtig machen und das beste Spiel der Welt sein. Der Test.
Haben Sie sich eigentlich schon mal gefragt, was die Gründer der ehemals sehr angesagten 6-Sekunden-Video-App "Vine" tun? Wir auch nicht. Die Antwort liefert uns das neueste populäre Handygame "HQ Trivia" trotzdem.
Pioniere der Live-Quiz-App
Die "Vine"-Gründer Rus Yusupov und Colin Kroll brachten vor Monaten mit "HQ Trivia" eine neue Art zu gamen in den App Store und damit direkt auf unsere Handys. Statt knifflige Fragen mit irritierenden Antworten à la "Millionenshow" einsam vor dem Fernseher zu beantworten, tippt man im neuen Multiple-Choice-Quiz – ähnlich wie bei der 2013-Hype-App "Quizduell" – nun innerhalb von zehn Sekunden die hoffentlich richtige Antwort ein. Mit dem Unterschied, dass Tausende von Menschen genau dasselbe tun, zu genau derselben Zeit – und man dabei Geld verdienen kann.
Bei "HQ Trivia" handelt es sich nämlich um eine Live-Show mit eigenem Showmaster, bei der man nur zu bestimmten Zeiten und nur zwei Mal am Tag spielen kann. In Amerika um drei Uhr nachmittags und neun Uhr abends, in Österreich jeweils um neun Uhr abends und drei Uhr morgens. Es gilt "jeder gegen jeden". Der Jackpot liegt bei 2.500 bis 25.000 Dollar und wird unter allen Gewinnern, die alle zwölf Fragen richtig beantworten, aufgeteilt.
Wir haben "HQ Trivia" ausgetestet
Wir wollen wissen, was es mit dem "HQ Trivia"-Hype auf sich hat. Dem Hype nach, muss dieses Game ja etwas ganz Besonderes sein. Gespannt schauen wir auf unsere Handys. Kurz vor neun Uhr erscheint eine Push-Benachrichtigung: "It's time for HQ". Dann erscheint Scott Rogowsky, den kennt man vielleicht noch von viralen Aktionen, wie den Fake-Buch-Covern, auf unseren Bildschirmen und begrüßt über 800.000 Teilnehmer mit "Hello HQ-ties".
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Echter Charmeur. Er steht vor einem violetten Hintergrund und schaut direkt in die Kamera. Wir fühlen uns als wären wir in einer richtigen Quizshow – aufregend! Er ist quirlig, unterhaltsam und kommt bei den Leuten ziemlich gut an – im Chat, in der unteren Hälfte des Screens, lesen wir die vielen Liebesbekundungen seiner Fans aus der ganzen Welt.
"Welches Autologo hat zwei Buchstaben als Merkmal?"
Nach einer Begrüßung des Moderators, seinen Glückwünschen an Geburtstagskinder und ein bisschen Smalltalk mit den Teilnehmern taucht plötzlich die erste Frage auf: "Wie nennt man einen Athleten, der auf Rennpferden sitzt? Jockey, Goalie oder BoJack?" – und im Nu ist sie schon vorbei. Weitere Fragen wie: "Wo geht man hin, wenn man Hilfe für ein Apple-Produkt benötigt?" oder "Wer ist Stradivarius?" werden gestellt. Easy. Für das Game sollte man aber ein bisschen Englisch können – ein "HQ Trivia" in Deutsch gibt es noch nicht.
Nach der vierten Frage sind wir leider schon out – wie die meisten wohlbemerkt! Und ab der fünften Frage – wir dürfen zwar nicht mehr mitspielen, aber wenigstens mitschauen – wirds richtig knifflig und Nischenwissen ist gefragt. Wir haben keine blasse Ahnung. Da können wir nicht mehr mithalten.
Großes Suchtpotenzial
Am Schluss dürfen sich 1.052 Spieler den Gewinn teilen – 4,76 Dollar für jeden. Kein besonders großer Betrag, trotzdem setzt bei uns ein Gefühl des Versagens ein. Und wir glauben, dass genau da der Suchtfaktor liegt. Schlussendlich ist egal, wie viel Geld man gewinnen könnte – man will einfach nur gewinnen. Auch wenn es nur ein paar Dollar sind. (eme/Tilllate)