Austria ringt Sturm 2:2 ab, geht als Letzter ins Derby

Manprit Sarkaria trifft gegen den Ex-Klub Austria.
Manprit Sarkaria trifft gegen den Ex-Klub Austria.Gepa
Die Wiener Austria knöpft dem zweitplatzierten SK Sturm auswärts einen Punkt ab. Dennoch gehen die Veilchen als Tabellenletzter ins Wiener Derby.

2:2! Sturm und die Austria liefern sich am Sonntag in der fünften Runde der Bundesliga einen packenden Schlagabtausch. Sturm dreht nach einem Rückstand erst das Spiel, kassiert dann selbst vor 12.000 Zuschauern in der Merkur Arena den Ausgleich. Marco Djuricin trifft gegen seinen Ex-Klub Sturm doppelt, auch Manprit Sarkaria jubelt über seinen zwischenzeitlichen Ausgleich gegen den ehemaligen Arbeitgeber Austria Wien nur verhalten.

Die Grazer halten nach fünf Spieltagen bei zehn Punkten, sind damit fünf Zähler hinter den makellosen Salzburgern Zweiter. Die Austria behält mit nur drei Punkten die Rote Laterne, wartet weiter auf ihren ersten Saisonsieg unter Trainer Manfred Schmid. Nächste Woche steigt das Wiener Derby gegen Rapid, das sich am Sonntag mit einem 3:0 gegen Ried auf Rang drei vorschiebt.

Nur drei Punkte aus fünf Spielen – nur 2001/02 ist die Austria schlechter in eine Saison gestartet.

Doppelte Video-Aufregung

Vesel Demaku lässt die Austria schon in der vierten Minute jubeln. Zu früh! Bei der Überprüfung auf eine mögliche Abseitsstellung in der Entstehung erkennt der Videoassistent (VAR) ein mögliches Foul von Demaku an Yeboah. Schiedsrichter Sebastian Gishamer nimmt das Tor zurück, entscheidet auf Foulspiel. Dazwischen vergehen 3:40 Minuten.

In der 16. Minute gibt es erneut Video-Aufregung. Dieses Mal mit dem besseren Ende für die Austria. Manfred Fischer wird gefoult. Gishammer entscheidet zunächst auf Freistoß. Mittels VAR wird festgestellt, dass das Foul auf der Strafraumlinie stattfand – Elfmeter! Marco Djuricin erzielt das 1:0 (19.).

Die zweite Hälfte beginnt mit einem Doppelschlag. Manprit Sarkaria gleicht mit einem sehenswerten Weitschuss ins Kreuzeck aus (47.). Kelvin Yeboah dreht das Match nach einer Kombination mit Jakob Jantscher und Yeboah (51.).

In Minute 69 packt auch Djuricin einen Kunststück der Marke Sarkaria aus, erzielt den späteren 2:2-Endstand. Die offene Schlussphase ergibt keinen Sieger, weil Djuricin die große Chance auf den Hattrick auslässt.

Die Stimmen:

Austria-Doppelpacker Marco Djuricin bei "Sky Sport Austria": "Sehr schade, dass wir nur einen Punkt mitnehmen. Wir haben dann leider in einer Powerplay-Phase zu schnell zwei Tore bekommen. Aber wir haben ein sehr gutes Spiel geliefert. Tut ein bisserl weh." Über seinen verhaltenen Jubel gegen den Ex-Klub: "Ich bin ja kein Trottel. Ich habe Sturm viel zu verdanken, als ich nach Österreich zurückgekommen bin. Wenn ich noch fünf Jahre hier Spiele werde ich trotzdem nie gegen Sturm jubeln."

Austria-Trainer Manfred Schmid: "Grundsätzlich war es ein packendes Spiel, hätte in beide Richtungen kippen können. Ein verdientes 2:2. Die Taktik ist voll aufgegangen, das Draufgehen hat sich ausgezahlt, wir haben endlich einmal das 1:0 erzwungen."

… über den Saisonstart: "Ich kann natürlich auch die Tabelle lesen. Aber wir haben viele gute Leistungen gezeigt, uns nicht belohnt. Ich nehme die Situation an, die Mannschaft auch. Wir sind nach einem Rückstand toll zurückgekommen. Wir haben heute fünf U21-Spieler auf dem Platz gehabt. Das lässt mich schon hoffen, dass es in den nächsten Spielen bergauf geht."

… über das Derby: "Das sind immer tolle Spiele mit einer tollen Atmosphäre. Wir freuen uns schon darauf."

Sturm-Trainer Christian Ilzer: "Wir haben ein spektakuläres Fußballspiel gesehen, vor allem in der zweiten Halbzeit. Es ist hin- und hergegangen. Unterm Strich ein gerechtes Unentschieden. (…) Zweite Halbzeit habe ich das Gesicht gesehen, das ich an meiner Mannschaft mag."

…angesprochen auf die emotionale Diskussion mit Markus Suttner (Austria) nach dem Spiel: "Für mich ist es einfach eine emotionsgeladene Partie. Wir haben beide ein bisschen Dampf abgeladen. Aber es bleibt unser Geheimnis."

Manprit Sarkaria (Sturm) über die Wiener Austria: "Sind Familie. Ich war jetzt acht Jahre bei der Austria."

Die Aufstellungen:

Sturm: Siebenhandl - Jäger (82. Gazibegovic), Affengruber, Geyrhofer, Prass - Gorenc Stankovic (82. Niangbo) - Hierländer (75. Ljubic), Sarkaria, Kuen (75. Wüthrich) - Jantscher (65. Kiteishvili), Yeboah
Austria: Pentz - Teigl, Mühl, Handl, Suttner - Martel - Fischer, Fitz (84. Braunöder), Demaku - Pichler (67. Ohio), Djuricin (87. Huskovic)

LASK verliert Anschluss an die Spitze

Die Linzer kommen in Pasching als Favorit und tonangebende Mannschaft gegen Hartberg nicht über ein 1:1 hinaus. Damit treten beide Mannschaften im Tabellenmittelfeld auf der Stelle. Der LASK ist mit sechs Punkten Sechster, gefolgt von Hartberg mit einem Zähler weniger.

Für die Ansprüche der Hausherren ist das zu wenig. Der Druck auf Trainer Dominik Thalhammer und sein Team steigt.

Die Hausherren sind über weite Strecken überlegen. Teilweise sogar drückend. Der LASK kann aus dem Übergewicht an Ballbesitz und Offensiv-Aktionen aber keinen Profit schlagen. In der 69. Minute schenken die Oberösterreicher den Gästen dann auch noch die Führung. Petar Filipovic und Goalie Alexander Schlager krachen zusammen. Schlager bleibt nach der Kollision mit seinem Mitspieler liegen. Matija Horvat nützt die Situation aus, trifft per Weitschuss ins leere Tor.

Florian Flecker kann durch ein sehenswertes Solo das Schlimmste für den LASK noch abwehren. Der Wirbelwind schlägt gegen seinen Ex-Klub zu, jubelt nur verhalten, sorgt für den späteren 1:1-Endstand (78.).

Die Stimmen:

LASK-Trainer Dominik Thalhammer: "Ich sehe so viel Potenzial. Aber entschieden wird das Spiel im gegnerischen Strafraum. Wir haben uns so viele Möglichkeiten erarbeitet, wo dann der letzte Pass nicht kommt. Das ist schon sehr ärgerlich."

James Holland (LASK) zum Spiel: "Am Ende nehmen wir den Punkt."

…über die ungewohnte Situation, nicht vom Trainer berücksichtigt zu werden: "Der Trainer hat mir kommuniziert, dass ich jetzt der vierte Sechser im Team bin. Als Spieler musst du das einfach akzeptieren, das habe ich eh gemacht. Ich probiere jetzt, die Jungs so gut wie möglich zu unterstützen. Es ist wurscht, ob man das versteht oder nicht. So ist Fußball, das war die Entscheidung vom Verein und vom Trainer. Egal ob es Sinn macht oder nicht – es gehört einfach dazu."

Kurt Russ (Trainer Hartberg):
…vor dem Spiel auf die Frage, warum Dario Tadic heute nicht in der Startelf steht: "Weil er nicht so aggressiv anlaufen kann, wie die jungen Spieler. Ich habe mit ihm geredet. Es ist kein Problem."

Rene Swete (Hartberg):
…nach dem Spiel: "Ein Punkt in Linz bei einem starken LASK ist in Ordnung. Den Fehler, den wir gemacht haben ist, dass wir dann zu tief geworden sind. Und dann sind wir nicht mehr so hoch und so intensiv angelaufen. Wenn man 1:0 führt und bis dahin richtig gut verteidigt, dann trauert man den drei Punkten schon ein wenig nach."

Sascha Horvath (Hartberg):
…nach dem Spiel: "Erste Halbzeit waren wir extrem da, waren extrem bissig. In der zweiten Halbzeit haben wir uns zu weit fallen lassen. Aber ja – 1:1 ist heute zu Recht."

Die Aufstellungen:

LASK: Schlager - Boller, Andrade (57. Holland), Filipovic - Potzmann, Hong (85. Radulovic), Michorl, Renner (57. Flecker) - Balic (57. Goiginger), A. Schmidt (69. Raguz), Karamoko
Hartberg: Swete - Stec (73. Erhardt) , Rotter (81.Gollner), Sonnleitner, Luckeneder, Kofler - Kainz, Heil - Horvath - Lemoine (73. Paintsil), Niemann (61. Horvat)

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