0:0 – Rapid vergibt späten Sieg gegen die Austria

Rapid-Juwel Yusuf Demir startet zum ersten Mal in einem Wiener Derby.
Rapid-Juwel Yusuf Demir startet zum ersten Mal in einem Wiener Derby.Gepa
Die Austria und Rapid trennen sich im 332. Wiener Derby mit einem torlosen Remis. Die Hütteldorfer vergeben eine späte Doppelchance.

Weder Sieger noch Tore im Wiener Derby! Die Austria und Rapid boten sich am Sonntag in der 20. Runde der Bundesliga einen harten Kampf, geizten dabei aber mit fußballerischen Highlights. Endstand: 0:0.

Christoph Knasmüllner und Ercan Kara hatten in den Schlussminuten jeweils den Siegestreffer auf dem Kopf. Marcel Ritzmaier setzte Knasmüllner mit einer Flanke in der 90. Minute ideal in Szene. Sein Kopfball landete an der Latte. Der Ball sprang zu Kara. Der Angreifer wollte den Ball an Austria-Keeper Patrick Pentz vorbei einnicken. Der Schlussmann, der den Veilchen schon beim 1:1 im Herbst einen Punkt gerettet hatte, parierte mit einem Reflex auf der Linie.

Die Doppelchance kurz vor dem Abpfiff war die größte Möglichkeit auf einen Treffer im gesamten Spiel. Vor allem die Austria legte ihr Hauptaugenmerk auf eine kompakte Defensive. Rapid hatte mehr vom Spiel, ließ im letzten Drittel aber ebenso Kreativität vermissen. In der zweiten Halbzeit investierten die Gäste in der Generali Arena offensiv mehr. Die Veilchen suchten in wenigen Kontern ihr Glück. Marco Djuricin verpasste beim vielversprechendsten den richtigen Zeitpunkt für das Abspiel in den Rückraum. Der Sohn des ehemaligen Rapid-Coaches Goran Djuricin traf in der 65. Minute, war aber aus einer Abseitsposition gestartet. Ansonsten strahlte das Team von Trainer Peter Stöger keine Torgefahr aus. 

Mit der Punkteteilung ist keinem der Teams so richtig geholfen. Die Austria geriet damit im Kampf um die Meisterrunde ins Hintertreffen. Zwei Runden vor dem Ende des Grunddurchgangs sind die Veilchen Achter, haben drei Punkte Rückstand auf das sechstplatzierte Hartberg. Rapid hat als Zweiter fünf Punkte Rückstand auf Leader Red Bull Salzburg.

Stöger zufrieden

Austria-Sportboss Stöger zeigte sich nach dem Abpfiff vor dem "Sky"-Mikrofon dennoch zufrieden. Seine Analyse: "Wir haben vom Start weg gesagt, dass ist eine ambitionierte offensive Ausrichtung. Wir wollten alles unternehmen, um das Spiel zu gewinnen. Die erste Halbzeit war so weit okay, eine offene Partie. Die ersten zehn Minuten der zweiten habe ich gemerkt, Rapid erhöht das Tempo, darum habe ich das Zentrum verstärkt."

Das Fazit: "Können mit dem Punkt zufrieden sein. Rapid hatte den Sieg mehr verdient, weil wir mit den Offensiven zu wenig Torgefahr ausgestrahlt haben. Wenn das Spiel 0:0 ausgeht, kann man immer noch sagen, mit ein bisschen Glück hätten wir auch gewinnen können. Aber mit einem nüchternen Blick war Rapid die gefährlichere Mannschaft. Darum ist der Punkt auch zufriedenstellen. Rapid war griffiger und besser."

Stöger über die schwere Ausgangsposition: "Wir haben über Weihnachten keine Quantensprung gemacht. Wir haben uns verbessert. Aber nicht so, dass wir sagen, dass wir gegen Sturm oder den WAC jetzt gewinnen." Er sprach damit die beiden nächsten Gegner an.

Kühbauer kritisch

Stögers Gegenüber Didi Kühbauer hatte gemischte Gefühle, lobte und kritisierte sein Team: "Die Austria hat das X rübergebracht. Daran sind wir schuld, wir haben die Chancen nicht gemacht. Zweite Hälfte haben wir das Spiel schon dominiert. Aber das hilft auch nichts, wenn dann im letzten Drittel das nicht richtig ausgespielt wird oder bei den Chancen dann die Effizienz fehlt."

Rapid-Kapitän mit schrägem Interview

Rapid-Kapitän Dejan Ljubicic über das Spiel: "Ich verstehe es auch nicht. Wir waren klar die bessere Mannschaft. Hinten haben wir es gut gemacht, vorne müssen wir die Chancen machen."

Das Ergebnis war nicht das einzige, was ihn verwirrte. Vor dem Derby hatte der Klub die Verpflichtung seines Bruders Robert bekanntgegeben. Er wird im Sommer ablösefrei vom spusu SKN St. Pölten kommen. Beim Interview nach dem Spiel hörte Dejan offenbar zum ersten Mal davon. Auf den Transfer angesprochen, sagte er zunächst: "Wir werden sehen, er hatte ja auch Angebote von anderen Klubs." Von Moderator Jörg Kühne auf die offizielle Verkündung des Klubs hingewiesen, relativierte er: "Ich hab es natürlich schon früher gewusst, Ich habe nicht gewusst, dass es heute offiziell wird. Er ist ein sehr guter Spieler, Rapid wird viel Freude mit ihm haben."

Ob es tatsächlich zu gemeinsamen Auftritten mit seinem Bruder kommen wird, ist fraglich. Sein Vertrag läuft aus. Ljubicic: "Es kann sein, dass es mein letztes Derby war. Ich weiß es nicht." Mehr wollte er sich über seine eigene Zukunft nicht entlocken lassen.

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