Rapid daheim mit Nullnummer gegen zehn Grazer

Rapid Wien gegen Sturm Graz
Rapid Wien gegen Sturm GrazGepa
Rapid Wien kam im Heimspiel gegen Sturm Graz in Überzahl nicht über ein 0:0 hinaus. Schiedsrichter-Entscheidungen sorgten für Aufregung.

0:0! Der SK Rapid spielte am Sonntag am dritten Spieltag der Meisterrunde gegen Sturm Graz rund 50 Minuten lang in Überzahl, blieb aber zu ungefährlich, um Tabellenführer Salzburg mit einem Sieg auf den Fersen zu bleiben. Sturm haderte wiederum mit dem Ausschluss von Stürmer Kelvin Yeboah. Sein Foul als rotwürdig einzustufen, brachte Schiedsrichter Stefan Ebner von den Grazern viel Kritik ein. Sie fühlten sich auch um einen Elfmeter betrogen.

Supertalent Yusuf Demir wurde von Rapid-Trainer Didi Kühbauer erneut nur als Joker aufgeboten. Der 17-Jährige leitete in der Nachspielzeit beinahe den Siegestreffer ein. Er suchte und fand Christoph Knasmüllner mit einer Flanke, der Offensiv-Mann verzog aber beim Volley-Versuch wenige Meter vor dem Sturm-Tor.

Strittige Entscheidungen

Der Aufreger des Spiels: In Minute 39 kollidierten Sturm-Angreifer Kelvin Yeboah und Rapid-Goalie Richard Strebinger. Der Schlussmann war herausgeeilt, um den schnellen Stürmer am Abschluss zu hindern, war vor Yeboah am Ball und köpfte ihn weg. Yeboah versuchte ebenfalls, das Spielgerät zu erreichen, krachte in seinen Gegenspieler. Beide trafen ihre Entscheidungen binnen Bruchteilen einer Sekunde und stießen in hohem Tempo zusammen. Yeboah traf Strebinger an der Schulter oder am Arm, konnte den Aufprall aber kaum noch vermeiden. Absicht, seinen Gegner zu verletzen, konnte man ihm nicht unterstellen. Die Entscheidung auf eine Rote Karte sorgte nicht nur für Verwunderung sondern auch jede Menge Gesprächsbedarf.

Sturm-Trainer Christian Ilzer war außer sich vor Wut, diskutierte minutenlang mit dem Schiedsrichterteam. An der Entscheidung änderte das nichts.

Rapid konnte aus der numerischen Überlegenheit keinen Profit schlagen, erarbeitete sich kaum klare Torchancen, ließ die Gäste auf der anderen Seite mehrmals Platz für gefährliche Gegenstöße.

Nach etwas mehr als einer Stunde hätte Sturm bei einer dieser Offensiv-Aktionen sogar einen Elfmeter zugesprochen werden können. Otar Kiteishvili wurde im Strafraum von Filip Stojkovic umgegrätscht. Schiri Ebner ließ weiterspielen. In der Zeitlupe ist zu erkennen, dass Stojkovic wohl den Ball wegspitzelt, bevor er seinen Gegenspieler trifft.

Bullen kühlen Meistersekt ein

Das Spiel endete unentschieden, und doch gab es einen klaren Sieger: Red Bull Salzburg. Der Titelverteidiger hatte sich am frühen Nachmittag im Topspiel gegen den LASK 2:0 durchgesetzt und enteilt dem zweitplatzierten Rapid damit an der Tabellenspitze. Die Salzburger haben sieben Spieltage vor Saisonende neun Punkte Vorsprung auf die Hütteldorfer, elf auf den LASK. Sturm liegt einen Zähler dahinter auf dem vierten Platz.

Die Stimmen

Didi Kühbauer (Trainer Rapid): "Sturm hat mit einem Mann weniger versucht, hinten dicht zu machen. Wir hatten zu wenig Bewegung, haben Sturm im Spiel drin lassen. War eher eine schlechte Leistung von uns."

"Wenn du zu statisch bist, im Zweikampf nicht da bist … wir haben die Lösungen nicht gefunden."

"Wir werden heute nicht großartig feiern. Auch die Spieler nicht. Weil, wir wissen ganz genau, dass das nicht das war, was man gebraucht hat, um zu siegen."

"Wir wollten den Dreier, Sturm hat gut verteidigt. Mir wäre fast lieber gewesen, gegen elf zu spielen. So kommt ein Unentschieden raus. Das muss man hinnehmen und wir nehmen es auch hin."

Christian Ilzer (Trainer Sturm Graz): "Wir waren schnell und gut im Spiel drin. Umso länger das Spiel gedauert hat, umso größer sind unsere Chancen geworden. Bis dann der Schiedsrichter etwas dagegen hatte."

"Es war ein tiefer Ball, Strebinger kommt raus, Kelvin Yeboah geht einfach auf den Ball, schaut nur auf den Ball. Da Rote Karte zu geben – eine klare Fehlentscheidung."

Elfmeter-Foul an Kiteishvili? "Da kann man über den ersten Elfmeter im 25. Spiel durchaus einmal diskutieren."

Jakob Jantscher (Sturm): "Schade. Das Spiel war nach der Roten Karte zerfahren. Wir haben trotzdem eine gute Partie gespielt. Aber mit elf Mann wären wir drin gewesen."

"Was mich ärgert, ist die Argumentation des Schiedsrichters. Er hat zu uns gesagt, dass er ihn mit dem Fuß am Kopf getroffen hat."

Thorsten Schick (Rapid): "Wir haben es im Ballbesitz zu langsam gemacht. Die Rote Karte hat uns heute nicht gut getan."

"Wir hätten in der ersten Hälfte ein, zwei Tore machen müssen. Wenn du so lange ein Mann mehr bist, müssen eigentlich mehr Chancen rausschauen."

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