Gut-Behrami knallte mit einer riskanten Fahrt auf der Kälberloch-Strecke mit 1:45,78 die Bestzeit hin, setzte sich eine Zehntelsekunde vor der Deutschen Kira Weidle und 44 Hundertstel vor Ramona Siebenhofer durch.
"Meine letzten zwei Monate waren alles andere als gut. Ich bin froh, dass ich wieder in den Rhythmus kommen kann. Ich spüre noch ein bisschen die Müdigkeit", blickte die Schweizerin nach dem Rennen auf ihre Corona-Erkrankung zurück.
Dabei profitierte Gut-Behrami auch vom Ausfall der Abfahrts-Saisondominatorin Sofia Goggia. Die Italienerin, die alle drei Saison-Abfahrten für sich entschieden hatte, kam nach einem Verschneider zu Sturz, blieb offensichtlich ohne schwere Verletzungen. Goggia hatte vor ihrem Sturz noch die Zwischenbestzeit aufgestellt.
Auf der schwierigen Abfahrtsstrecke blieb kaum eine Läuferin ohne Fehler. Gut-Behrami zog jedoch ihre Linie bis ins Ziel durch. Das wurde mit dem 34. Weltcupsieg belohnt. Weidle versuchte derweil, nicht das letzte Risiko zu gehen, landete nach einer sauberen Fahrt eine Zehntelsekunde hinter der Schweizerin.
Siebenhofer holte ihren ersten Stockerlplatz seit elf Monaten, musste lediglich bei der Fahrt der Italienerin Nadia Delago zittern, die sich acht Hundertstelsekunden hinter der Steirerin als Vierte einreihte.
Christine Scheyer, die als größte ÖSV-Hoffnung gehandelt wurde, musste sich mit Rang zehn (+1,26) begnügen, Ariane Rädler raste auf Rang elf (+1,26) und Mirjam Puchner wurde 16. (+1,83).