3:1! Der FC Bayern fuhr am Mittwoch gegen Red Bull Salzburg am vierten Spieltag der Champions-League-Gruppenphase den erwarteten Heimsieg ein. In der Allianz Arena gewann allerdings nicht das dominante, sondern das kaltschnäuzigere Team.
Die Bayern stehen vorzeitig im Achtelfinale. Salzburg bräuchte dafür gegen Atletico Madrid und Lokomotive Moskau Topleistungen und Schützenhilfe. Das Hinspiel in Salzburg hatten die Münchner 2:6 verloren.
Die Mannschaft von Salzburg-Trainer Jesse Marsch war über das gesamte Spiel hinweg ebenbürtig, hatte sogar die Mehrzahl an Top-Möglichkeiten. Die Gäste scheiterten an der Schussgenauigkeit und Goalie Manuel Neuer. Der Deutsche machte zehn (!) Paraden.
Es waren die Bullen, die in Person von Mohamed Camara die erste große Torchance vorfanden, vergaben. In der Defensive ließen sie wenig zu, ihr Pressing sorgte für einen ungewohnt wackeligen Spielaufbau beim deutschen Rekordmeister. Auch Abwehrchef David Alaba leistete sich einen groben Patzer, der beinahe im 0:1 mündete.
Dominik Szoboszlai lief in der 35. Minute allein auf Neuer zu, schoss den Ball auf die Tribüne. Entgegen dem Spielverlauf gingen die Hausherren zwei Minuten vor dem Ende der ersten Halbzeit in Führung. Robert Lewandowski staubte aus kurzer Distanz ab, nachdem Cican Stankovic einen Schuss von Thomas Müller pariert hatte. Ein Nackenschlag.
Auch in Hälfte zwei kamen die Österreicher aktiver aus der Kabine. Anstatt des Ausgleichstreffers schlug der Ball in Minute 52 zum zweiten Mal hinter Stankovic ein. Der Goalie hatte beim Fernschuss von Kingsley Coman keine Chance, Maximilian Wöber hatte ihn unhaltbar abgefälscht.
Weil Marc Roca auf den Fuß von Zlatko Junuzovic stieg, zurecht mit Gelb-Rot vom Platz flog, schöpfte Salzburg noch einmal Hoffnung (66.). Diese zerstörte Leroy Sane nur zwei Minuten später mit dem 3:0 nach Zuspiel von Coman (68.).
Mergin Berisha durchbrach die Torsperre schließlich doch noch (73.). Der Angreifer verwertete einen Ball hinter die Abwehr aus kurzer Distanz. Die Bullen hatten nach einem Ballgewinn in der gegnerischen Hälfte schnell umgeschalten. Die Bayern hielten in Folge das Spielgerät aber routiniert in den eigenen Reihe, brachten den Vorsprung routiniert über die Zeit.
Atletico Madrid musste sich im Heimspiel gegen Lok Moskau mit einem torlosen Remis zufrieden geben und liegt mit fünf Punkten auf Rang zwei der Gruppe. Moskau hält bei drei, Salzburg bei einem Zähler. Für den Aufstieg bräuchte Salzburg in den verbleibenden zwei Spielen also zwei Siege. Voraussetzung: Die Bayern patzen nicht gegen einen der beiden.
Jesse Marsch: "Es ist schade. Ich bin müde bei diesem Thema. Wir haben vier Mal gut gespielt aber viele Gegentore bekommen und unsere Chancen nicht genützt. Die Qualität von Neuer ist zu groß. Wir hatten einen guten Matchplan, die Jungs haben ihn gut umgesetzt. Wir waren gefährlich. Aber es ist schwierig für uns gegen einen solchen Gegner zu verteidigen. Wir sind die jüngste Mannschaft im ganzen Turnier. Wir spielen intelligent, aber wir machen Fehler."
Zlatko Junuzovic: "Ich glaube, es war vieles möglich von den Torchancen her. Wir sind hinten gut gestanden, haben dann ein billiges Gegentor erhalten. Dass sie super besetzt sind, ist klar. Aber wir natürlich auch. Wir haben gut gespielt, waren in den Duellen. Die Kleinigkeiten machen es auf diesem Niveau aus, die Tore zur richtigen Zeit."