Lockdown-Angst – sperrt Österreich schon ab Montag zu?

Sebastian Kurz
Sebastian KurzPicturedesk
Das Gerücht verdichtet sich: Deutschland geht mit 2. November in Lockdown. Jetzt befürchten viele, dass auch bei uns am Montag Sperrstunde ist. 

Am 10. Oktober konnte sich Gesundheitsminister Anschober einen zweiten Lockdown "überhaupt nicht vorstellen". Zweieinhalb Wochen später rückt dieses Szenario deutlich näher, am Mittwoch ging es Schlag auf Schlag:

Deutschland schließt: Zunächst drückte Merkel ihren harten Schließungsplan durch. Theater, Kinos, Fitnesscenter: Ab Montag alles geschlossen. Kontakte werden eingeschränkt, Amateursport verboten.

Kurz telefonierte mit Merkel: Davor hatte Österreichs Kanzler mehrmals mit Deutschlands Kanzlerin telefoniert, Kurz wollte ein gemeinsames Vorgehen mit Deutschland und der Schweiz, aber am Nachmittag preschte Merkel schließlich vor.

Und jetzt? Auch Österreich wird fix verschärfen, spätestens am Wochenende sollte die Ansage erfolgen, wahrscheinlich schon am Freitag. Angedacht sind ähnliche Maßnahmen wie in Deutschland. Laut Covid-Maßnahmengesetz ist ein neuerlicher Lockdown aber erst vorgesehen, wenn das Gesundheitssystem flächendeckend zusammenzubrechen droht. Noch ist das nicht der Fall. Und: Das Parlament muss befasst werden. Heißt: Man hält sich daran oder nennt es nicht Lockdown.

Es brennt der Hut: Österreich schrammte mit 3.614 Neuinfektionen gestern knapp am Negativrekord vorbei. 3.394 Personen wurden positiv getestet, die meisten in OÖ (901), vor Wien (793), Tirol (520). Am Donnerstag dürfte es noch schlimmer werden, sickerte gestern Abend durch.

Problem Spitäler Die Zahl der verfügbaren Spitalsbetten, vor allem im Intensivbereich, sinkt besorgniserregend. Erste Maßnahmen: Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) will ab morgen gegen Partys in Stadeln, Gartenhütten oder Garagen vorgehen. In der Steiermark gilt in allen Spitälern Besuchsverbot.

Was passiert am Donnerstag? Um 13 Uhr treffen Kanzler, Vize und Gesundheitsminister eine Expertenrunde, darunter die aus der ZiB 2 bekannte Virologin Elisabeth Puchhammer-Stöckl. Die tatsächliche Zahl an verfügbaren Intensivbetten soll ermittelt werden. Reichlich spät, aber das Zahlen-Management dazu verlief zuletzt chaotisch. Um 14 Uhr gibt es ein Medien-Statement.

Ampelkommission tagt: Klar scheint, dass zu den 25 schon auf Rot geschalteten Bezirken weitere dazukommen.

ORF-Bürger sagte Lockdown voraus

"Die Regierung bastelt seit vielen Wochen an verschiedensten Konzepten. Und was man hört, kristallisieren sich zwei Konzepte heraus: ein weicher Lockdown – also nicht, wie wir ihn bisher gewohnt sind –, der am 2. November starten könnte. Oder eben am 16. November, das Ganze für zwei oder drei Wochen." Das sagte ZiB-Innenpolitikchef Hans Bürger am 10. Oktober. Damals belächelten und kritisierten ihn viele. Aus heutiger Sicht stellt sich die Frage anders: Gab es damals schon das Konzept eines neuen Lockdowns?

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