"Lockdown" in Welser Altenheim, so ernst ist die Lage

Das städtische Alters- und Pflegeheim Neustadt in Wels.
Das städtische Alters- und Pflegeheim Neustadt in Wels.wels.gv.at
Das Altenheim Neustadt in Wels hat gestern die höchste Corona-Warnstufe ausgerufen. Die Stadt gab zur aktuellen Lage heute eine Pressekonferenz.

Im städtischen Alten- und Pflegeheim Neustadt in Wels wurden mehrere Bewohner positiv auf Covid-19 getestet, informierte die Stadt Wels am Donnerstagabend in einer Aussendung per Mail. Konkrete Zahlen wurden da noch nicht genannt, am Freitag solle es eine Pressekonferenz dazu geben. Und in der verriet man den nunmehr exakten Stand an Infizierten im Heim. 

Insgesamt rund 130 Bewohner haben im Alters- und Pflegeheim Neustadt Platz. Mit Stand Freitag, 10 Uhr, wurden 22 Bewohner sowie zwei Mitarbeiter positiv auf Covid-19 getestet. 13 der 22 positiv Getesteten würden bisher keine Krankheitssymptome aufweisen, neun Bewohner bis dato lediglich leichte Krankheitssymptome zeigen, so die Stadt Wels.

Besuche nur in Ausnahmefällen mit Schutzkleidung

Nachdem ein 89-jähriger Bewohner an Corona erkrankt war, wurden erst die Bewohner und Mitarbeiter von zwei Stockwerken getestet. Als auch hier positive Testergebnisse auftraten, wurden die Tests auf alle Bewohner und Mitarbeiter ausgeweitet. Wir berichteten.

Nach Bekanntwerden der Testergebnisse wurde die höchste Alarmstufe ausgerufen und dementsprechende Maßnahmen getroffen. Konkret wurde der Zugang zum Gebäude  geschlossen. Das bedeutet, dass Bewohner, bis auf wenige Ausnahmefälle, keine Besuche mehr empfangen dürfen. Betreten ist dann auch nur mit entsprechender Schutzkleidung und unter Einhaltung höchster Sicherheitsvorkehrungen möglich. 

Zutritt bekommen natürlich nur Personen, die frei von Krankheitssymptomen sind. Beim Betreten des Gebäudes werde außerdem das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes kontrolliert.

In Wels und Linz keine Verschärfungen geplant

In den vergangenen Tagen war in Wels ein deutlicher Anstieg bei den Corona-Infektionszahlen festzustellen. Von Mittwoch auf Donnerstag kamen 18 Fälle dazu. Von Donnerstag auf Freitag stieg die Zahl der Neu-Infizierten gleich nochmal um 33 Personen. Mit Stand Freitag 12 Uhr hat Wels 116 Corona-Infizierte (Wels Stadt 84, Wels-Land 32). Dennoch habe man die Lage im Griff, so Bürgermeister Andreas Rabl. Auch wenn Wels auf der Corona-Ampel nun auf orange geschalten ist, seien keine keine zusätzlichen Maßnahmen beziehungsweise Verschärfungen für die Stadt Wels vorgesehen. 

Auch der Linzer Bürgermeister Klaus Luger lässt Freitagmittag mitteilen, dass trotz oranger Ampelfarbe vorerst alles beim Alten bleibe. Verschärfte Maßnahmen seien derzeit nicht angedacht.

"Situation völlig andere als noch im Frühjahr"

"Ein Teil-Lockdown wäre völlig unverhältnismäßig, da die Situation eine völlig andere ist als noch im Frühjahr: Es wird heute ein Vielfaches mehr getestet, was natürlich auch höhere Zahlen bedingt. Darüber hinaus wissen wir heute, dass ein großer Teil der positiv getesteten Personen frei von Symptomen ist. Drittens stehen in Linz ausreichend Spitalskapazitäten für schwere Fälle zur Verfügung, was ein wesentliches Kriterium bei der Einschätzung der aktuellen Lage ist und sein sollte“, so Luger.

Auch Gesundheitsreferentin und LH-Vize Christine Haberlander meldete sich am Freitag zu Wort und erklärte, dass sich die orange Umfärbung der sechs Bezirke (Rohrbach, Linz-Land, Linz, Wels-Stadt, Vöcklabruck, Gmunden) nicht auf die dortigen Schulen und Kindergärten auswirke. 

Keine Umstellung auf Distance-Learning

"In den sechs orange geschalteten Bezirken bleibt die Ampelfarbe der Schulen auf gelb, womit sich für die Schülerinnen und Schüler, Pädagoginnen und Pädagogen sowie die Eltern nichts ändert. Infektionshäufungen betreffen in vielen Bezirken nicht die Kindergärten oder Schulen, daher wird nicht auf Orange und somit nicht auf Distance-Learning umgestellt“, so Haberlander.

Für aktuelle Corona-Zahlen aus Oberösterreich: land-oberoesterreich.gv.at

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