Doch wieder Lockdown? Der Fahrplan zum Corona-Gipfel

Menschen auf der Mariahilferstraße.
Menschen auf der Mariahilferstraße.picturedesk.com (Symbolbild)
Die Regierung berät am 1. März wie es mit den Corona-Maßnahmen in Österreich weitergeht. Weitere Öffnungen stehen auf Messers Schneide.

Das Coronavirus breitet sich in Österreich nach wie vor weiter aus. Alleine in den letzten 24 Stunden wurden erneut über 2.000 neue Fälle im Land registriert. Die Zahlen bleiben dabei nicht nur auf einem hohen Niveau, sondern sie steigen immer weiter an. Doch davon ist auf den Straßen nicht wirklich etwas zu merken. Denn trotz der steigenden Corona-Zahlen im Land sind die Fußgängerzonen und Einkaufsstraßen voll.

Laut Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) habe man mittlerweile eine "Coronamüdigkeit" in Österreich feststellen können. Ein Großteil der Bevölkerung hält sich zwar nach wie vor brav an die Maßnahmen der Regierung (Abstand, FFP2-Maske, Hygiene etc.), doch die Frustration der Menschen steigt und die Bereitschaft zur Einhaltung der Regeln sinkt. "Ein Lockdown, bei dem keiner mitmacht, hat wenig Sinn", stellte Bundeskanzler Kurz unlängst klar.

Trotz der Tatsache, dass man das von der Regierung angestrebte Ziel von rund 700 Neuinfektionen pro Tag verfehlt hatte und der weiterhin hohen Corona-Zahlen im Land, hätte man sich aber dazu entschlossen, weitere Öffnungsschritte im Land zu wagen. Um das Virus unter Kontrolle zu halten, setzt Österreich dabei vor allem auf die Corona-Tests. Nur wer einen negativen Test vorweisen kann, darf etwa zum Friseur. Und das Konzept wird von der Bevölkerung gut aufgenommen.

Rufe nach Öffnungen werden immer lauter

Und zwar so gut, dass nun die Rufe nach weiteren Öffnungsschritten immer lauter werden. Vor allem die Gastronomie, der Tourismus und die Kultur wollen wieder eine Perspektive haben und möglichst bald öffnen dürfen. Wie bei körpernahen Dienstleistungen (Friseure, Massage, etc.) sollen auch in diesen Branchen "Zutrittstests" die Lösung sein und den Lockdown nach Monaten endlich beenden.

Der Regierung sind die Rufe der Gastronomie, Hotels und Co. natürlich ebenfalls nicht entgangen und offenbar denkt man wirklich darüber nach, Restaurants etc. unter strengen Corona-Maßnahmen wieder zu öffnen. Am 1. März findet jedenfalls der nächste große Corona-Gipfel der Bundesregierung statt. Und laut Gesundheitsminister Anschober wird der Ablauf des Treffens wieder gleich wie bisher sein.

Gespräche mit Experten, Landeschefs und Opposition

Erst wird mit Experten, Simulationsforschern und Mathematikern die aktuelle Corona-Lage in Österreich besprochen und über weitere Öffnungsschritte oder Verschärfungen debattiert. Anschließend tauscht man sich mit den Landeshauptleuten sowie mit den Oppositionsparteien aus. Ob am kommenden Montag wirklich weitere Öffnungen angekündigt werden, steht derzeit noch auf Messers Schneide.

Gesundheitsminister Rudolf Anschober teilte am Freitag in einer Pressekonferenz mit, dass man sich die Entwicklung der Corona-Zahlen im Land ganz genau ansehen werde und dann entscheidet, ob weitere Öffnungen, etwa der Gastronomie, überhaupt vertretbar sind. Wenn die Zahl der Neuinfektionen immer weiter steigen und sich die Virus-Mutationen immer weiter ausbreiten, könnte es auch zu Verschärfungen kommen. Sollte dieser Fall tatsächlich eintreten, dann hofft Anschober aber, dass zumindest die Schulen davon ausgenommen sind.

Stand Freitag (12.00 Uhr) steht jedenfalls noch nicht fest, wie es nach dem 1. März in Österreich mit den Corona-Regeln weitergehen wird. Viele Menschen im Land würden sich zwar mit Sicherheit über weitere Öffnungsschritte freuen, angesichts der steigenden Zahlen im Land sind diese aber mehr als ungewiss. In vier Tagen fällt beim Lockdown-Gipfel der Regierung die Entscheidung.

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