Logistiker warnt jetzt vor europaweiten Lieferengpässen

Laster stauen sich am 15.2.2021 auf der deutschen Autobahn 17 in Richtung Dresden. Bundespolizisten kontrollieren Einreisende in der Nähe des Grenzübergangs zu Tschechien.
Laster stauen sich am 15.2.2021 auf der deutschen Autobahn 17 in Richtung Dresden. Bundespolizisten kontrollieren Einreisende in der Nähe des Grenzübergangs zu Tschechien.Robert Michael / dpa / picturedesk.com
Die deutschen Grenzschließungen zu Tirol und Tschechien würden europaweit die Lieferketten in Gefahr bringen, warnt jetzt die Hegelmann Group.

Der deutsche Logistikdienstleister fürchtet weitreichende Folgen für die Wirtschaft durch die scharfen Kontrollen an den Grenzen. "Kombiniert mit eventuellen Hamsterkäufen könnte dies schnell zu Versorgungsengpässen von Supermärkten und Produktionen führen", so die Hegelmann Group am Donnerstag in einer Aussendung.

Auch hinsichtlich der Situation für das Fahrpersonal schlägt das internationale Transport- und Logistikunternehmen Alarm. Schon jetzt würden die schärferen Einreiseregeln zu kilometerlangen Staus führen. Zudem fehle es an Testkapazitäten für die Fahrer.

Harte Probe

Hegelmann fordert daher eine Ausweitung der Testmöglichkeiten oder eine Ausnahme des Transportpersonals von der Testpflicht, um den Transit zu erleichtern. "Wäre hier mit einem europäischen Konzept gearbeitet worden, zum Beispiel durch die Einrichtung von Testzentren auf den Strecken in mehreren Abschnitten auf beiden Seiten, wäre die Situation sicher entzerrter".

"Mit den Grenzschließungen werden die Lieferketten erneut auf eine harte Probe gestellt. Bedarfsgerechte Lieferzusagen sind unter diesen Voraussetzungen nicht mehr möglich, sodass es erneut zu Stillständen in der Produktion und leeren Regalen in den Supermärkten kommen könnte", sagt Siegfried Hegelmann, Managing Shareholder bei der Hegelmann Group.

Umwege

Täglich sind laut Hegelmann etwa 100 eigene Transporte von den aktuellen Grenzschließungen betroffen. Das Logistikunternehmen versucht daher, die betroffenen Märkte so gut es geht zu meiden. Außerdem werden Alternativrouten in Betracht gezogen.

Transporte aus Italien werden über das Dreiländereck zwischen Italien, Österreich und Slowenien in den Karawanken umgeleitet, tschechische Importe teilweise über Polen. "Dem Rest bleibt nichts anderes übrig, als sich in die Warteschlangen zu stellen", so das Unternehmen.

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