Mehrere schwarz gekleidete Männer – Security-Mitarbeiter – stehen vor dem Zürcher "Kaufleuten" um einen Bistrotisch. Mehrere von ihnen prügeln wie wild auf einen dort sitzenden Mann ein. Zwei aus dem Schlägertrupp sorgen derweil, dass keiner der umstehenden Gäste dazwischen gehen kann. Schließlich fällt das Prügel-Opfer zu Boden und wird von den Security umklammert, im gleichen Moment fliegt aus der Menge ein Stuhl in ihre Richtung.
Diese schockierenden Szenen hatten Augenzeugen Samstagnachmittag direkt vor dem Schickimicki-Club in der Zürcher Innenstadt aufgenommen. Seither verbreiten sie sich in enormen Tempo im Internet:
Das Schweizer Nachrichtenportal "20 Minuten" konnte nun mit dem Opfer sprechen. Seine Schilderungen sind dramatisch: "Ein Freund von mir sagte, dass ich zwei Mal ohnmächtig wurde", so der 28-Jährige. Durch die Schläge habe er mehrere Prellungen davongetragen. "Mein ganzer Körper ist mit blauen Flecken übersät."
Eigentlich habe er nur kurz auf die Nachmittagsparty gehen wollen, um zu sehen, was läuft. Im Club selbst sei er jedoch von drei Typen angegangen worden. Nach einer kurzen Auseinandersetzung seien sie auf ihn losgegangen. Das eingreifende Sicherheitspersonal habe aber nicht geholfen, sondern ihn "aus dem Klub begleitet". Draußen sei es dann zum Streit gekommen, plötzlich flogen die Fäuste. "Es ging alles so schnell, vier oder fünf Personen haben auf mich eingeprügelt."
Selbst jetzt, Tage später, ist er immer noch geschockt über die Gewalt-Eskalation: "Eigentlich sollten die Sicherheitsleute die Situation unter Kontrolle bringen, statt aggressiv zu werden...."
Stadtpolizei-Sprecher Pascal Siegenthaler bestätigt dem Medium auf Anfrage, dass eine Alarmierung. Vor Ort habe allerdings niemand etwas von der Polizei wissen wollen. "Ebenfalls verweigerte der an der Auseinandersetzung Beteiligte die Hilfe der aufgebotenen Sanität." Bis zum jetzigen Zeitpunkt sei diesbezüglich noch keine Anzeige eingegangen. Die Betreiber des "Kaufleuten" schweigen zu dem Vorfall.
Wieso der 28-Jährige bisher auf eine Anzeige verzichtet hat? "Ich hatte bisher keinen Kopf für das, ich will momentan nur Zeit mit meiner Familie verbringen", schildert der Geschlagene. Um das "Kaufleuten" werde er aber in Zukunft einen großen Bogen machen.